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Huckleberry Finns Abenteuer

Hörspielbearbeitung - ein Hörspiel von Mark Twain, DLR / SR / der hörverlag 2010


Patrick Güldenberg; Bild: Deutschlandradio / Philip Glaser
""Tom und ich fanden Geld, das Räuber in einer Höhle versteckt hatten, und wir waren mit einem Schlag reich. Die Witwe Douglas nahm mich als ihren Sohn an und wollte mich zivilisieren." Aber das ist nichts für Huck Finn. Überhaupt bringt ihm der Reichtum kein Glück, denn plötzlich taucht sein brutaler Vater wieder auf und fordert Geld für seine Sauferei. Jetzt wird es ernst und viel gefährlicher als alle Spiele mit Tom Sawyers Räuberbande. Zwar weiß Huck das Geld in Sicherheit, aber der alte Finn verfolgt seinen Sohn und entführt ihn schließlich in eine einsame Blockhütte. Huck gelingt eine abenteuerliche Flucht. Alle glauben, er sei ermordet.
Huckleberry Finn und der alte Negersklave Jim, den alle für Hucks Mörder halten, sind gemeinsam auf der Flucht stromabwärts. Für keinen gibt es einen Weg zurück. Jim weiß, als entlaufener Sklave würde er von Miss Watson sofort in den Süden verkauft werden. "Er war ein ziemlich schlauer Kopf für einen Nigger", findet Huck, der mit ihm bis in die Freiheit nach Cairo an der Ohio-Mündung kommen will. Aber in der Nacht wird ihr Floß von einem Flussdampfer gerammt und zerstört. Huck überlebt knapp und sucht in der Finsternis vergeblich nach Jim. Schließlich findet er Zuflucht bei Oberst Grangerford und erlebt dort ein blutiges Familiendrama, an dem er nicht ganz unschuldig ist.
Huck hat Jim wiedergefunden, der sich und das Floß gerettet hat. Sie treiben wieder auf dem Mississippi. Auf ihrer gefährlichen Reise geraten sie an falsche Könige und echte Betrüger. Mit den bühnenreifen Einfällen der Gauner könnte man sogar gemeinsam durchkommen. Jim wird von ihnen versteckt, als hätten sie ihn gefangen, um das Kopfgeld für den gesuchten Negersklaven zu kassieren. Als sie zufällig auf eine Trauergemeinde stoßen, entdecken sie eine Geldquelle und inszenieren ihren größten Coup. Sie geben sich als Verwandte des Toten aus und erschleichen sich das Vertrauen der drei jungen Erbinnen.
Jim ist verschwunden. Huck findet heraus, dass Jim auf der Farm der Familie Phelps gefangen ist. Dort wird Huck freundlich aufgenommen, weil man ihn für Tom Sawyer hält, dessen Besuch Tante Polly angekündigt hatte. Als Tom auftaucht und den längst totgeglaubten Freund Huck wiedererkennt, verbünden sich die Jungen, um den alten Jim zu befreien. Die Aktion will "mit Stil" durchgeführt werden. Tom weiß das aus Büchern wie dem "Don Kischote". Er nimmt sofort die Planung in die Hand und sorgt damit für ungeahnte Abenteuer.
Tom Sawyer und Huckleberry Finn treffen sich auf der Farm der Familie Phelbs. Gemeinsam wollen die Jungen den alten Nigger Jim befreien. Die Aktion will "mit Stil" durchgeführt werden. Tom weiß das aus Büchern wie dem "Don Kischote". Er nimmt sofort die Planung in die Hand und sorgt damit für ungeahnte Abenteuer.

Mark Twains weltberühmter Roman von 1876 reflektierte Erfahrungen der eigenen Jugend am Mississippi. Ungewöhnlich durch die Alltagssprache, den Witz und den Realismus sind seine Bücher und ihre Helden bis heute lebendig geblieben. Andreas Nohls Neuübersetzung war der Anlass für unser Hörspiel. "


hoerspielTIPPs.net:
«Mit "Tom Sawyer & Huckleberry Finn" bringt der hörverlag die beiden Hörspielneuproduktionen des Deutschlandradio Kultur "Tom Sawyers Abenteuer" (Co-Produktion mit dem SR) und "Huckleberry Finns Abenteuer" in einer Box auf dem Markt. Inhaltlich passt das natürlich prima, da beide Geschichten ja nicht nur von den gleichen Personen erzählen, sondern auch aufeinander aufbauen.

Formal unterscheiden sich aber beide Fassungen, die jeweils auf den Neuübersetzungen von Andreas Nohl beruhen, doch schon etwas. Während man dem Abenteuer von Huckleberry Finn gleich vier CDs gönnt, muss sich Tom Sawyer mit einer begnügen. Auch der Erzählstil weicht ab, denn Tom Sawyers Erlebnisse werden aus dem Blick eines neutralen Erzählers geschildert, Huckleberry Finn bringt seine Gechichte selbst zu Gehör. Dafür arbeitet man aber in der Umsetzung, angefangen vom Ensemble, bis zu besonderen Stilmitteln und der Untermalung identisch, so dass die Geschichte insgesamt doch aus einem Guss wirkt.

Tom Sawyers Abenteuer ist in dieser dichten Form recht temporeich, wirkt aber zu keinem Zeitpunkt gehetzt. Als reines Abenteuerhörspiel genügt der Umfang dem Thema völlig. Das Abenteuer von Huckleberry Finn bietet da mehr, um auch hier in die Breite gehen zu können. Man nimmt vieles der Vorlage auf und erzählt auch Episoden ausführlich, die in anderen Umsetzungen wenn überhaupt, nur am Rande behandelt werden. Dazu kommt, dass durch die Neuübersetzung man auch dichter an Mark Twains Sprache ist. Das dürfte für denjenigen, der tief in die Erzählwelt des Autors eintauchen möchte, insofern eine nahezu ideale Fassung sein. Wer es lieber etwas rasanter mag, der sollte auf die ebenfalls sehr empfehlenswerte Produktion des SWR ausweichen, die ebenfalls beim hörverlag erschienen ist.

Bei der Realisation des Hörspiels setzt sich die Detailtreue fort. Hier lässt man auch kleinste Nebenrolle zu Wort kommen, statt diese im Erzähltext einzuabeiten. Das bedingt ein umfangreiches Ensemble, das zu dem hier auch noch erstklassig besetzt ist. Die Hauptrollen übernehmen Patrick Güldenberg und Kostja Ullmann. Dabei hat Güldenberg den deutlich größten Anteil, da er im zweiten Teil ja zusätzlich auch noch die Erzählerrolle stemmen muss. Die Leistungen sind durch die Bank authentisch, was auch den guten und glaubwürdigen Dialogen geschuldet ist.

Neben einer soliden Geräuschkulisse bringt vor allem die musikalische Untermalung viel Flair in diese Produktion. "The Ambrosius Stompers", hinter denen sich die Musiker Daniel Cordes, Jakob Diehl, Jan Budweis und Jo Ambros verbergen, sorgen hier für den sehr stimmigen Sound, der sehr gut ins historische Klischee passt.

Wer von Tom Sawyers und insbesondere Huckleberry Finns Abenteuer umfassend erzählt bekommen möchte, dem kann ich diese Hörspielfassung nur ans Herz legen. Nah an der Vorlage, stimmig um- und erstklassig besetzt, lässt diese Produktion keine Wünsche offen. »

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Ursendung: 10.03.2010

Als Download / Im Handel verfügbar seit / ab: 09.03.2010


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