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Die Bluse

Hörspielbearbeitung - ein Hörspiel von Hermann Harry Schmitz, WDR 2002


⏰ 49 Min.

🎬 Regie: Heike Tauch

🛠 Bearbeitung: Heike Tauch

🎤 Mit: Erzähler: Graham F. Valentine
Neffe: Hendrik Röder
Verkäufer: Tobias Wangemann
Tante: Irm Hermann
Tante 2: Gertrud Maaß

Sie wollte nur eine Bluse kaufen. Weiter nichts. Und sie wollte nur, dass ihr Neffe sie dabei begleitet. Und dennoch: Er hätte nein sagen sollen. Oder dass er etwas vor hätte ... Sie ist Tante Dorchen, fast allein in einem amerikanischen Riesenkaufhaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Bluse, die ausgesucht, anprobiert und gekauft werden soll, diese Bluse soll so besonders sein, dass Frau Bender in Berlin vor Neid die Platze kriegt. Dass der Kauf nicht Stunden, sondern Jahre in Anspruch nimmt, an dessen Ende ein Fräulein eine Hutnadel ins linke blaue Auge bekommt, ein Elektrotechniker Glühbirnen frisst, mindestens zweiundzwanzig Verkäuferinnen tot am Boden liegen, vier Ressortchefs pathologisch vor sich hin dämmern und der Neffe in die Blasen beisst, die sich durch das wilde Hin- und Herlaufen im Linoleum des Bodenbelags gebildet haben - all das klingt schön und vertraut: Warenhäuser und Aufzüge - nicht nur damals überforderten sie Verkäufer und Kunden. (Frau Bender hat die Bluse nie gesehen. Sie starb an einer Bauchfellentzündung.) 'Die Bluse' - eine surrealistische Anleitung

Hermann Harry Schmitz, 1880 in Düsseldorf geboren, begann nach seiner Ausbildung zum Kaufmann gesellschaftliche Veranstaltungen zu besuchen und wurde schnell zum beliebten Unterhalter. Als Conférencier und junger Dandy war er mit seiner exzentrischen Kleidung und entsprechendem Auftreten bald eine stadtbekannte Figur. 1911 erschien im Rowohlt-Verlag sein erstes Buch "Der Säugling und andere Tragikomödien". Nach vielen Krankheiten und Operationen und aus Angst, in einer Anstalt vergessen zu werden, nahm sich H. H. Schmitz 1913, 33-jährig, das Leben. "Die Bluse" erschien posthum 1914 in "Das Buch der Katastrophen" (neu verlegt 1998).

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«Männer wissen, wie langweilig es sein kann, eine Frau beim Einkaufen zu begleiten. Daraus ein Hörspiel zu machen erscheint auf den ersten Blick, ein wenig lohneswertes Unterfangen zu sein. Leider bestätigt sich dies auch nach dem Hören. Das Stück böte viele Gelegenheiten mit Witz um sich zu werfen, leider bleibt es bei müden Kalauern und so bleibt das Hörspiel das, was die Aktion auch im echten Leben nur für die Männer gilt - langweilig. Meiner Meinung nach ein weiteres Stück der Sammlung: Hörspiele, die die Welt nicht braucht.»

Ursendung: 09.06.2002


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