In den Fängen der Hanse

Von den Kieler Burspraken*

Idee, Skript und Regie: Hilke Wilhelmsen
2. Regie: Vladimir Gritskiy
Postproduktion: Hilke Wilhelmsen, Vladimir Gritskiy, Lars Christiansen
Musik: Lars Christiansen
Technische Betreuung: Pavel Stoyan
117 Min. + 5 Min Outtakes



Hörprobe:

   

Henric Willenbrook (alt): Matthias Wilms
Henric Willenbrook (jung): Felix Zimmer

Hansekaufleute:
Geselle Alto: Harry Tobinski-Ahrens
Meister Diederich: Günter Reinhardt
Erik: Oliver Horn
Kapitän: Udo Handke
Johann - Henrics Vater: Gerald J. Wick
Peter - Henrics Bruder: Kai Bickhoff
Bruno: Udo Handke

Seeräuber:
Gödeke Michels: Günther Krause
Klaus Störtebeker: Peter Hertling
Wulf: Peter Schreiber
Knut: Günter Reinhardt
Uta: Imke Harders

Gauner:
Räuber: Günther Krause
Hayo: Lars Christiansen
Siman: Malte Kanitz

Kieler Einwohner:
Ava Velten: Samira Scheffel
Enno Velten: Peter Schreiber
Giselbert Wiebrecht: Harry Tobinski-Ahrens
Lena: Linda Stach

Auf dem Kieler Umschlag:
Gero - Henrics Enkel: Erik Schiller
Kaufmann Krumm: Kai Schewelies
Marktverkäufer: Ingo Burmeister, Michaela Schiller, Achim Gördel, Hilke Wilhelmsen
Spielmannsleut: Stefan Ratzmann, Iris Meyer, Olga Gritska, Lars Christiansen, Hilke Wilhelmsen



Der Alltag ist hart zur Zeit des Spätmittelalters und das Überleben wird oftmals zu einem Kampf auf Leben und Tod.

Henric Willenbrook erlebt die Höhen und Tiefen eines Hanse-Kaufmannssohnes auf dem Weg zu einem selbst bestimmten Leben.

Durch tragische Umstände gerät er in die "Fänge der Hanse", bekommt die grauenvolle Realität der kaufmännischen Lehrjahre am eigenen Leib zu spüren, muss sich mit den Piraten Gödeke Michels und Klaus Störtebeker auf Kaperfahrt begeben, um dann endlich zu sich und zu seinem Glück zu finden.

Seine spannende Abenteuergeschichte, die sich an genau recherchierte historische Fakten und Gegebenheiten einer bedeutenden Epoche hält, verrät viele Details über die Hanse und den Kieler Burspraken.


Bemerkungen:

Mit "In den Fängen der Hanse" legt Hilke Wilhelmsen eine fiktive Geschichte vor, die sie in einen historisch reellen Rahmen einbettet. Damit bringt sie auf unterhaltsame Weise die Gegebenheiten zu Zeiten der Hanse näher, ohne dass hier der Eindruck entstünde, man wolle hier aktiv belehren. Das Hörspiel bietet Infotainement auf eine angenehm beiläufige Art.

In diesem Abenteuer wird die Lebensgeschichte des Kaufmannssohn Henric Willenbrook erzählt, der zunächst von seinem Vater in die Fremde geschickt wird, um eine harte Ausbildung zu durchlaufen. Von dort kann er fliehen und gerät in die Hände der Piraten um Gödeke Michels, bei denen er ein freieres Leben erfährt. Durch widrige Umstände gerät er schließlich allein nach Kiel, wird sesshaft und steigt zu einem angesehenen Bürger auf.

Das klingt, in dieser Verkürzung, nicht spektakulär, aber diese Geschichte wird mit viel Flair und historischem Bewußtsein spannend und unterhaltsam erzählt. Der Hörer erfährt nicht nur viel über den Protagonisten, sondern auch über die große Zeit der Hanse. Dabei dürfte es für die meisten auch einige Aha-Erlebnisse geben, da hier einige Details eingebunden werden, die vielleicht landläufig mit falschen Vorurteilen behaftet sind.

Die Umsetzung ist ungewöhnlich aufwendig. Wer hier eine einfache Amateurproduktion erwartet, dürfte über die Qualtität überrascht sein. Die Inszenierung ist sehr detailreich und stimmig mit Musik und Geräuschen versehen, so dass hier ein authentisches Bild jener Epoche entsteht. Auch die Sprecher, zumeist keine ausgewiesenen Hörspiel-Profis, überraschen mit sehr lebendigem Spiel.


"In den Fängen der Hanse" ist zwar nicht das große "Hollywood für die Ohren", aber eine nette und liebevoll produzierte Geschichte, die auf angenehme Art und Weise die Historie der Hanse darstellt - unauffällig lehrreich und auffällig unterhaltsam.


Meine Wertung: + + +
   
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