Insignium - Im Zeichen des Kreuzes

Der Vatikan – Zentrum religiöser wie auch weltlicher Macht. Nirgends liegen Wahrheit, Gnade und Erleuchtung, aber auch Intrigen, Mord und Verrat so nah beieinander, wie im Herzen der Ewigen Stadt.
Im Machtlabyrinth der Päpste, zwischen Geheimarchiven, Mysterien und menschlichen Abgründen, kämpft der geistliche Sonderermittler Sante della Vigna darum, die Wahrheit ans Licht zu bringen: Mit modernsten Ermittlungsmethoden und akribischem Eifer macht er sich daran, längst vergessen geglaubte Todesfälle im Vatikan aufzuklären.
Doch die Kurie – allen voran Saviero Kardinal Capani, Präfekt der Glaubenskongregation – ist fest dazu entschlossen, dem jungen Pater unüberwindliche Hindernisse in den Weg zu legen. Schon bald steht Sante della Vigna auf verlorenem Posten: Die Zeit wacht eifersüchtig über ihre Geheimnisse - und im Zwielicht vom Sankt Peter lauern bereits die Erben der Inquisition.


Insignium - Teil 1 - Die keusche Hure

Idee: Mark Chainiaux
Drehbuchbearbeitung und Realisation: Ascan van Bargen
Titelsong: Nightwish / Tuomas Holopainen
maritim 2010
72 Min.


Saviero Kardinal Capani: Helmut Krauss
Don Aurelio: Florian Halm
Pater Sante Della Vigna: Dietmar Wunder
Robert Vitorney: Sascha Draeger
Stephan Gruber: Wolfgang Condrus
Ingrid Wiesmach-Gruber: Christine Pappert
Dame: Melanie Fouché
Student: Jan Panczak
Studentin: Anita Hopt
Emilio Fellini: F.O. Schenk
Andrea Salvatori: Christian Rode
Andrej Kaminski: K. Dieter Klebsch
Kardinal Antonio Velarez: Bernd Vollbrecht


Sante della Vigna, Geistlicher und Sonderermittler im Auftrag des Vatikan, steht vor einem schier unlösbaren Rätsel. Er soll die Wahrheit über einen brutalen Doppelmord ans Licht bringen, der sich im Jahr 1998 ereignet hat und niemals wirklich aufgeklärt wurde. Die Opfer: Ein Kommandant der Schweizer Garde und seine Ehefrau. – Bei seinen Ermittlungen stößt della Vigna bald auf einen dritten Todesfall, der sich kurz nach dem Mord zugetragen hat: Den überraschenden Selbstmord eines Schweizergardisten...

Welches düstere Verhängnis schwebt über der Leibwache des Papstes? Noch während della Vigna verzweifelt versucht, diesen Fall aufzuklären, kommt er einer weiteren mörderischen Intrige auf die Spur, die der Schlüssel zu den Todesfällen sein könnte. Doch dazu muss Sante della Vigna eine letzte Frage beantworten: Wer ist die "Casta Meretrix" - die "keusche Hure"?




Insignium - Teil 2 - 33 Tage weißes Licht

Idee: Mark Chainiaux
Drehbuchbearbeitung und Realisation: Ascan van Bargen
Titelsong: Nightwish / Tuomas Holopainen
maritim 2010
54 Min.


Kardinal Saviero Capani: Helmut Krauss
Don Aurelio: Florian Halm
Pater Sante Della Vigna: Dietmar Wunder
Kardinal-Staatssekretär: Stefan Staudinger
Camerlengo: Michael Iwannek
Kardinal Antonio Velarez: Bernd Vollbrecht
Vincenza: Anke Reitzenstein
Dr. Gemma: Christian Toberentz
Gloria: Melanie Fouché
Cassinius: Walter von Hauff


Geboren wurde Papst Johannes Paul I. als Albino Luciani – „das weiße Licht“. Doch in den Geschichtsbüchern sollte er später nur als der „33-Tage-Papst“ bezeichnet werden.
In seinem zweiten Fall wird Sante della Vigna, der Geistliche und Sonderermittler im Auftrag des Vatikan, mit der Mission konfrontiert, die mysteriösen Todesumstände des 33-Tage-Papstes aufzudecken.
Doch seine Gegner, die Kurie – und allen voran Saviero Kardinal Capani, Präfekt der Glaubenskongregation – sind fest entschlossen, dem Neuankömmling in Rom das Leben zur Hölle zu machen.
Dennoch setzt Pater della Vigna alles daran zu rekonstruieren, was in der Nacht vom 28. zum 29. September 1978 wirklich geschah. Und so stößt er bald auf die kryptischen Prophezeiungen des Heiligen Malachias, die den Schlüssel zu diesem Rätsel zu bergen scheinen. Ohne es jedoch zu ahnen, begibt sich der päpstliche Sonderermittler bei seinen Nachforschungen in höchste Lebensgefahr – denn die blutige Verschwörung um den Tod des damaligen Papstes, darf niemals aufgedeckt werden...
 

Bemerkungen: Eine neue Serie aus dem Hause maritim, die bekannte, aber vielversprechende Elementen mixt. Der Vatikan bietet sich dabei als ein idealer Schauplatz an. Sehr beachtlich fand ich zunächst, dass man in beiden Fällen, sich nicht irgendeine wilde Geschichte ausgedacht hat, sondern jeweils reale Vorfälle, um die sich seit Jahren Verschwörungstheorien spinnen, als Ausgangspunkt nimmt. Damit geht es hier schon etwas konkreter zu, als es bei der Vielzahl der Vatikanthriller der letzten Zeit  der Fall ist. Es bringt aber auch mit sich, dass die Fälle keine Lösung erfahren, wie man sie bei der Konkurrenz gewöhnt ist. Beide Fälle haben zwar ein hörenswertes Finale, allerdings entspricht dies nicht unbedingt den üblichen Hörgewohnheiten.

Der Thriller in der Auftaktfolge funktioniert und unterhält mit einer abwechslungsreichen Geschichte recht gut über die Spielzeit, die mit 72 Minuten nicht gerade knapp bemessen ist. Allerdings hätte man hier gerne eine etwas längere Szene streichen dürfen, in der Protagonist eine theologische Diskussion liefert. Diese würde schon Sinn machen, wenn die Figur des Sante Della Vigna insgesamt etwas mehr in diese Richtung angelegt würde. Dies ist aber nicht der Fall. Die Charakteristik der Rolle unterscheidet sich kaum vom typischen Actionheld, die gerade interessante Farbe, dass es sich um einen Pater handelt, fällt relativ flach. Ob es an Dietmar Wunder selbst liegt, oder ob die Regie hier ein etwas anderes Bild des Charakters hat, ist letzlich egal - an dieser Stelle wäre deutlich mehr möglich gewesen.
Im zweiten Fall, "33 Tage weißes Licht",  ist das sogar noch extremer, die Rolle zeigt dort gar keine eigentständige Facette mehr.

Damit verschenkt man zwar einiges an originellem Potential, was den sonst richtig guten Eindruck der beiden Auftaktfolgen schmälert.

Inhaltlich ist der zweite Fall allerdings etwas besser erzählt, da er etwas schlüssiger und nachvollziehbarer ist. Dafür ist allerdings das Thema an sich im Fall "Keusche Hure" letztlich etwas interessanter.

Bei der Umsetzung gibt es das solide Handwerk, wie man es vom Hause maritim gewohnt ist. Man legt sogar noch ein Schippchen zu. Auffälligstes Moment ist der Titelsong der Band "Nightwish". Das sorgt natürlich in Punkto Werbewirksamkeit für Pluspunkte, thematisch will der Song zwar ins Genre, aber nicht so ganz zum Inhalt passen.

Die Musiken, die im Hörspiel verwendet werden sind da schon wesentlich stimmiger. Man schafft eine gute Kulisse, in dem man mit den verwendeten Stücken sowohl dem Genre als auch der jeweiligen Handlungssequenz gerecht wird.

Die Sprecherleistungen sind zwar solide, mich stören allerdings einge der verwendeten Stimmklischees, vor allem dann, wenn, wie zum Beispiel im schon erwähnten Fall Dietmar Wunder, hierdurch Potential verschenkt wird.


Mit "Insignium" legt maritim zwei durchaus hörenswerte Produktionen vor, die viele interessante Elemente mitbringen, allerdings auch etwas hinter den Möglichkeiten zurückbleiben, da man an einigen Stellen nicht konsequent genug mit der Geschichte, aber insbesondere mit den Figuren umgeht. An einigen Stellen weniger Klischee und aus "Insignium" könnte eine feste Größe werden.


Meine Wertung: + + +
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