"Ja uff erst mal..." -Winnetou unter Comedy-Geiern

Elf deutsche Comedy-Stars zelebrieren Winnetou

 

Nach einer Vorlage von Karl-May

 

Jürgen von der Lippe - bekennender Karl-May-Fan - erinnert sich an ein Erlebnis in seiner Kindheit:1959 hatte er im WDR "Winnetou - nach Karl May frei für den Funk bearbeitet" gehört: sieben Folgen lang, mit Hans-Jörg Felmy, Kurt Lieck und Kaspar Brüninghaus in den Hauptrollen. Warum nicht dieses Hörspiel mit Komikern besetzen? Die Idee war geboren, fast 40 Jahre nach der Erstausstrahlung das Hörspiel noch einmal neu aufzunehmen

 

Mit dabei: Jürgen von der Lippe, Frank Zander, Dirk Bach, Obel vom Duo Till & Obel, Bernd Stelter, Hella von Sinnen, Uwe Lyko alias Herbert Knebel, Mike Krüger, Rüdiger Hoffmann, Bastian Pastewka

 

Tja, hier bin ich etwas hin- und hergerissen. Soll ich das wirklich gut finden?
Eigentlich eine prima Idee, eigentlich eine prima Umsetzung, aber leider, leider macht ein Einziger viel kaputt.
Während alle Sprecher eine Spagat zwischen dem Anspruch an das Stück und der Prise eigenen Comedy-Stils schaffen, reitet ausgerechnet der von mir sonst sehr geschätzte Rüdiger Hofmann das Ganze in Grund und Boden.
Ein paar Verhaspeler hat jeder drin, aber was Rüdiger abliefert ist wirklich unter aller Kanone. Leider hat er auch noch die tragende Rolle des Winnetou bekommen. Da hätte ich echt auf mehr Talent gehofft. Er holpert durch den Text, mal spielt er den Winnetou, dann liest er mühsam nur den Text ab, irgendwann stört sogar das ständige „Ja, uff erstmal“, weil man dann schon weiß, danach kommt nur noch Gestammel.
Sehr gut gefallen hat mir Old Shatterhand Jürgen von der Lippe, der den Karl May mit schönem sauerländischem Dialekt spricht (sächsich wäre zwar korrekter, hat mir persönlich aber kein bißchen gefehlt). Top sind daneben auch Herbert Knebel als Sam Hawkins – eine Idealbesetzung – und natürlich Till & Obel, die Parodietalente. Sogar Mike Krüger hat mich mit einem Talent überrascht, das ich so nicht erwartet hätte.
Musik gibt es kaum. Es beschränkt sich weitestgehend auf die Kinofilmmusik. Am Ende jeden Teils gibt es dann den „Winnetou-Blues“, auf den ich verzichtet hätte. Allerdings hört man hier zumindest, dass die Sprecher Spaß an der Sache hatten.
Alles in Allem: Man kann sich mit dem Teil sehr gut unterhalten fühlen. Wenn Rüdiger in Form gewesen wäre, wär das Ding ein Knaller, so würde ich es mit „ganz nett, aber nichts wofür man lange anstehen sollte“ umschreiben.

 

 

 

 

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