Krabat - Das Original-Hörspiel zum Film 
  Autor: Otfried Preußler
Bearbeitung: Marco Kreuzpaintner
  Produktion: Jumbo / GoyaLIT
  Regie: Marco Kreuzpaintner

Musik: Annette Focks
  Länge: 133 Min.
 


Mitwirkende:

Dietmar Mues, David Kross, Daniel Brühl, Christian Redl, Robert Stadlober, Paula Kalenberg, Hanno Koffler, Moritz Grove, Charly Hübner, Tom Wlaschiha, Sven Hönig, Stefan Haschke, Daniel Steiner, Tom Lass, Daniel Fripan, David Fischbach, Ionut Baias, Anna Thalbach

Inhalt:

Krabat ist 14 Jahre alt, als seine Mutter der Pest zum Opfer fällt. In den Wirren des 30-jährigen Krieges ist der Waisenjunge nun auf sich alleine gestellt. Er lebt mehr schlecht als recht vom Betteln, bis er eines Nachts einen seltsamen Traum träumt: Elf Raben blicken ihn an und eine geheimnisvolle Stimme ruft ihn in die Mühle im Koselbruch. Krabat macht sich auf, dem Ruf zu folgen und tritt bei dem Müller in eine Lehre, in der er nicht nur das Müllern lernt. Die Zeit vergeht rasch und in Tonda, dem Altgesellen, findet Krabat einen echten Freund. Doch die Mühle birgt auch ein schreckliches Geheimnis und bald schon wird Krabat vor eine schwere Entscheidung gestellt, die sein Leben verändern wird.


Otfried Preußler wurde 1923 in Reichenberg / Böhmen geboren. Sein erstes Buch, „Der kleine Wassermann“, erschien 1956. Seitdem hat er über 25 Bücher geschrieben und zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten. Otfried Preußler lebt in Haidholzen / Oberbayern.


Bemerkungen: O-Ton-Hörspiele werfen ja meist direkt die Frage nach ihrem Sinn auf - zumindest nach dem, der über den, auf der Erfolgswelle mitzuschwimmen, hinausgeht.
Aber immerhin kann man mit diesem Medium auch Menschen (wie mich) erreichen, die generell an Filmfassungen nur wenig, dafür aber an der Geschichte selbst viel Interesse haben.

Die Audiofassung von "Krabat" besteht aus der Tonspur des Films, die mit erläuternden Erzählpassagen von Dietmar Mues ergänzt wurde. Allein an deren Umfang zeigt sich leider, wie wenig geeignet die Filmfassung ist, um als eigenständiges Hör"spiel" zu funktionieren. Der Film besteht nur aus einem sehr geringen Anteil aus Dialogen, dafür entwickelt sich hier viel über die Bilder und die Soundkulisse.

Zumindest letztere ist natürlich auch im Hörspiel enthalten und sorgt insbesondere aufgrund der sehr atmosphärichen Musik von Anette Focks für ein sehr gutes Grundgerüst.
Als Bildersatz dient ein sehr umfassender Erzählpart, der dem Ganzen den Anstrich einer inszenierten Lesung gibt.

Als solche funktioniert auch diese Produktion richtig gut, denn Dietmar Mues schafft es hier seinen Part und die Kulisse zu einer Einheit werden zu lassen. Das harmoniert so gut, dass weniger diese Rolle, dafür eher die Dialoge als "eingebaut" empfunden werden.

Unabhängig vom Format - was diese Produktion wirklich hörenswert macht, ist ihr Inhalt. Diese Geschichte Otfried Preußlers gehört zu seinen besten, wenngleich sie auch wohl seine düsterste sein dürfte.
Gerade Letzteres transportiert auch diese Hörfassung sehr gut.


Letztlich kann diese Produktion sowohl inhaltlich, als auch von der Umsetzung durchaus überzeugen. Allerdings darf man nicht auf das Etikett "Hörspiel" gesteigerten Wert legen. Dafür kann man aber eine gelungene inszenierte Lesung erwarten.
   
Meine Wertung: + + +
 
 
Krabat bei "JUMBO"
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