|
|||||||||||||||||||
| |
|||||||||||||||||||
| Bemerkungen: |
Mit "Leon Traumgänger" stößt
Zaubermond Audio ein weiteres Hörspielprojek an. Diesmal setzt man
weder auf die Gruselschiene, noch auf eine bereits etablierte Vorlage.
Der Roman "Leon Traumgänger - erwachen" erscheint sogar erst kurz
nach der Hörspiel-Veröffentlichung im Droste-Verlag und ist zudem auch noch das Erstlingswerk von Autor Jürgen Großmeyer. Ein mutiger Schritt also, den Zaubermond Audio unternimmt. Allerdings ist das Genre zumindest im Print und (Jugend-)hörbuchbereich recht gängig. Durch das Tor, das Harry Potter vor Jahren geschlagen hat, passt auch Leon Traumgänger noch mit durch. Allerdings beginnt die Geschichte nur bedingt phantastisch, sondern eher bodenständig. Um die Titelfigur zu etablieren, stellt man recht ausführlich (allerdings nicht langatmig) sein Leben im Kinderheim dar. Ins Blickfeld geraten dabei auch seine seltsamen Träume. Behutsam baut man eine mysteriöse Geschichte auf, die Hörer und handelnde Figuren vor einige Rätsel stellen. Dabei enden die ersten beiden Folgen jeweils mit einem ordentlichen Knalleffekt. In den Episoden 2 und 3 geht es dann schon deutlich mehr in die Fantasy-Mystery-Ecke, die Realität bildet über weite Strecken nur noch die Platform, auf denen sich die Figuren bewegen, das Thema an sich bleibt das Übernatürliche. Die Handlung ist hier etwas dichter, Spannung und Tempo nehmen immer mehr zu. Bereits bei Dorian Hunter hat das Label ja bewiesen, dass man in der Lage ist, triviale Geschichten, so umzusetzen, dass das Ergebnis zu einem wahren Fest für die Ohren werden kann. Auch "Leon Traumgänger" ist reine Unterhaltungsliteratur, wenngleich doch deutlich origineller als der genannte Geisterjäger. Auch hier gelingt es dem Team um und hinter Dennis Erhardt und Marco Göllner, aus dem Stoff ein sehr hörenswertes Hörspiel zu machen. Es fängt bei einem sehr frisch wirkenden Ensemble an. Die Sprecher kennt man nahezu allesamt aus anderen Hörspielproduktionen; trotz vieler jüngerer Stimmen, hat man hier also keine kompletten Frischlinge an Board. Die Titelfigur spricht Nicholas Artajo, der ja schon in einigen großen Hörspielproduktionen tragende Rollen innehatte. Auch hier agiert er als Leon richtig gut und glaubhaft. Er klingt allerdings nicht wirklich wie ein vierzehnjähriger Teenager, jedoch ist die Figur auch nur formal auf dieses Alter festgelegt - die Art wie Leons Handeln und Denken beschrieben wird, würde ohnehin auf ein höheres Alter schließen lassen. Das restliche Ensemble überzeugt ebenfalls mit guten und stimmigen Leistungen. Hervorheben kann man hier noch Leonhard Mahlich, Brigitte Grothum und Jochen Schröder, die dem Hörer gut ins Ohr gehen - und auch da bleiben. Auch bei "Leon Traumgänger" überzeugt Zaubermond Audio bei der Soundgestaltung. Düstere Beats und Kulissen sorgen hier für eine mysteriöse und spannungsgeladene Atmosphäre, mit der sich auch kleinere inhaltliche Durststrecken gut kaschieren lassen. Die Hörspielfassung von "Leon Traumgänger" kann ich jedem empfehlen, der sich gerne im Fantasy-Genre tummelt. Die Produktionen hat mich inhaltlich, als auch technisch, an Hörspiele wie "Grund GmbH" oder "Schattenreich" erinnert. Inhaltlich steht man hier bekannten Genrevertretern kaum nach, dazu gönnt man der Vorlage eine sehr gelungene und saubere technische Umsetzung. Daher sollte auch jeder mal ein Ohr riskieren, der, unabhängig vom Genre, originelle und gut gemachte Hörspiele mag. |
||||||||||||||||||
| Meine Wertung: + + + + |
|||||||||||||||||||
| Zur Startseite | |||||||||||||||||||