Lucas & Shiva
  Autor: Florian Fickel, Rudolf K. Wernicke
  Produktion: floff - Lübbe Audio 2009
  Regie: Florian Fickel, Rudolf K. Wernicke
  Musik: Florian Käppler, Lea Büser
  Länge: je ca. 50 Min.
 

Mitwirkende:

Familie Schwarzmaier, Joachim Kerzel, Michael Betz, Barbara Stoll, Gero Wachholz, Wolfgang Klar

Inhalt:

Hinter dieser Kinderhörspielserie versteckt sich eine Fortsetzungsgeschichte zum Zähneputzen, basierend auf dem Prinzip der Daily-Saop: Tagtäglich können sich Kinder drei Minuten aus einem Abenteuer von Lucas & Shiva anhören.

Folge 1: Im Land der weichen Bürsten
Folge 2: Beim gefährlichen Strom
Folge 3: Die Insel der leeren Tuben


Bemerkungen: Die Idee hinter den "Zahnputzgeschichten" hat mir gut gefallen. Kleine Episoden, die den Kinder das - meist unbeliebte - Zähneputzen etwas schmackhafter machen könnten, das klingt originell und vielversprechend.

Aber funktioniert das auch? Das erste Problem, das sich stellt, ist ein technisches. Man muss die Geschichten schon recht laut hören, damit man es beim Zähneputzen überhaupt versteht. Das kratzt schon an der Grenze, die für Kinder eigentlich verträglich wäre. Insofern ist volle Konzentration gefordert. Dabei sollte aber ja auch die Zähne mit Sorgfalt geputzt werden, was einem angestrengtem Zuhören auch wieder etwas zuwider läuft.
Problematisch sind natürlich auch die langen Pausen, die zwischen den einzelnen Episoden liegen. Da ist der Abstand von einem Zahnputztermin zum nächsten schon recht lange, um in die Geschichte hineinzufinden, zumal, wenn man die Aussage am Ende ernst nimmt, auch nur eine Episode am Tag vorgesehen ist.

Die Geschichten sind zudem sehr speziell. Sie kommen zwar mit einfachen Plots daher, diese sind aber in sehr fantasievolle Szenerien gesetzt. Allerdings, wer aufgrund der Titel einen unmittelbaren Bezug zum Zähneputzen sucht, wird vermutlich nur in Teil 3 tatsächlich fündig. Alle beiden anderen nutzen diesbezüglich nur ein paar wenige Elemente und sind ansonsten eher einfache Abenteuergeschichten. 

Aufgrund der Kürze der Episoden liegt die Hauptarbeit beim Erzähler, Joachim Kerzel ist als solcher ohnehin eine Bank und macht auch hier seine Sache sehr gut. Allerdings lässt ihn das Skript jeweils beim Einstieg in die Folgen etwas im Stich. Meist kann er hier nur den Cliffhanger vom Vortag aufgreifen  und diesen in einem Satz bündeln.
Die sonstigen Sprecher passen recht gut in diese Geschichte. Die beiden Sprecher von Lucas und Shiva können sich hören lassen, wenngleich hier und da die Regie auch mal eine kleine Unschönheit durchlies. Die bösen Gegenspieler überziehen allesamt ihre Rollen ein wenig, was aber für diese Art Hörspiel nicht unbedingt ein Nachteil ist.  Insgesamt ist hier natürlich in der Kürze der Zeit kaum Gelegenheit, um großartige Dialoge aufkommen zu lassen.

Auch musikalisch beschränkt man sich auf eine nette Auftaktmelodie und ein unspektakuläres, aber passendes Ausgangsstück. Ein bisschen mehr Sound im Hintergrund hätte es gerne sein dürfen. Das betrifft auch die Geräusche, die auch nur sporadisch eingesetzt werden.

Das Hörspiel funktioniert nur bedingt als "Sanduhr"-Ersatz beim Zähneputzen, was weniger an der Produktion selbst, denn am grundsätzlichen Problem, dass man hier seine Konzentration aufteilen muss, was Kinder schon ziemlich fordern könnte.  
 
Meine Wertung: +
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