Balthasar
von Weymarn nach Nikolai von Michalewsky
Produktion:
Folgenreich
2009
Bearbeitung
und Regie:
Jochim-C.
Redeker & Balthasar von Weymarn
Musik:
Jochim-C.
Redeker
Länge:
111 Min.
Mitwirkende:
William Stafford: Peter Bieringer
Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Ruth O'Hara: Dorothea Anna Hagena
Prolog: Wolf Frass
Henri Vidal: Marion von Stengel
Manuel Vargas: Frank Thomé
Adjutant: Stefan Peters
John Harris: Gerhart Hinze
Sven Osberg: Christian Lessiak
Louise Barley: Siegrun Sträter
Anthony Richardson: Olaf Reichmann
Dr. Jefferson Greene: Detlef Bierstedt
Boleslaw Burowski: Ozan Ünal
Grigori "Grischa" Romen: David Nathan
Rosanna Jordan: Katinka Jaekel
Cpt. Robert Monnier: Holger Umbreit
Iris: Ulrike Kapfer
Arzt: Jochim-C. Redeker
sowie Torben Hildebrandt, Saskia Neumann, Sven Alexander Nolte, Iris
Grallert, Markus Kähler
Inhalt:
2124: Der Prototyp "Kolibri" ist eine Sensation -
der
erste Raumschifftyp, der in allen Elementen, unter Wasser, in der Luft
und im Weltraum reisen kann. Mark Brandis wird beauftragt, als
Projektleiter eine mysteriöse Pannenserie
aufzuklären, die
einen Testpiloten nach dem anderen umbringt. Die VEGA braucht den
Erfolg, und der Druck steigt. Brandis begibt sich selbst in Gefahr, um
dem Rätsel auf den Grund zu gehen ...
Bemerkungen:
Die
erste Einzelfolge der Reihe Mark Brandis, die erste mit längerer
Spielzeit, bzw. die auf zwei CDs erscheint und die erste, die bei
Folgenreich veröffentlicht wird - viel Neues tut sich im Kosmos
von Mark Brandis.
Die Reihe hat mit vier erstklassigen Hörspielen sich gleich zur
Referenz eines Hörspielgenres gemacht, an dem sich sowohl
inhaltlich, als auch in der Inszenierung die Konkurrenz die Zähne
ausbiss.
Aber auch "Akte Kolibri" hat es schwer, dieses hohe Level zu halten. Es
gelingt von der Inszenierung her gesehen zwar erneut, allerdings kann
die Episode inhaltlich nicht an ihre Vorgänger anknüpfen.
Dabei ist die Geschichte durchweg spannend und bietet auch viel
unterhaltsames über die gesamte Spielzeit, allerdings kommt sie
nicht über das Level eines "normalen" Weltraumabenteuers hinaus.
Hier fehlen irgendwie die spektakulären Verwicklungen und
großen Verschwörungen im Hintergrund. Symptomatisch
dafür ist auch das etwas zu einfach geratene Ende, das irgendwie
das Finale etwas verpuffen lässt.
Die Umsetzung des Stoffes ist wieder einmal sehr gelungen, wenngleich
man sich schon - gerade was die musikalische Ausgestaltung angeht -
etwas mehr in den Bereich "Originell" statt "Stimmig" bewegt. Hier und
da streut man schon mal ein Stück ein, das zwar thematisch passt,
aber etwas gegen den sonst herrschenden Stil läuft. Ich würde
das allerdings weniger als Manko, denn als Auffälligkeit
betrachten.
Der Wechsel von der Mini-Serie hin zum Einzelplot brachte auch ein
neues Sprecherensemble mit sich. Neben einem erneut erstklassigen und
sehr glaubwürdigen Michael Lott als Mark Brandis, geben sich hier
viele bekannte Stimmen die Studiotürklinke in die Hand. Nachhaltig
in Erinnerung bleiben vor allem David Nathan und Marion von Stengel,
was deren guten Leistungen, allerdings aber auch ihren
diesbezüglich dankbaren Rollen geschuldet ist.
Auch wenn die Episode um die "Testakte Kolibri" die bislang inhaltlich
schwächste ist, bleibt "Mark Brandis" das Maß aller Dinge im
Bereich der SF-Hörspiele. Insofern ist die Kritik an dieser Folge
schon ein wenig Jammern auf hohem Niveau. Schwächen offenbaren
sich hier nur im Vergleich zu den bisherigen erstklassigen Folgen,
gegenüber der Genrekonkurrenz ist man hiermit noch immer ganz oben
dabei.