Mark Brandis (7 & 8) Vorstoß zum Uranus
  Idee und Drehbuch: Balthasar von Weymarn nach Nikolai von Michalewsky
  Produktion: Folgenreich 2010
Bearbeitung und Regie: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Musik: Jochim-C. Redeker
  Länge: 130 Min.
 

Mitwirkende:

Prolog: Wolf Frass
Bordsystem: Anke Reitzenstein
Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Col. Barclay: Kai Jürgens
Lt. Iwan Stroganow: Martin Wehrmann
Cpt. Martin van Kerk: Michael Westphal
Major Frederic Young: Erich Räuker
Cpt. Roger D'Arcy: Udo Schenk
Ludmilla Wolska: Tomasina Ulbricht
Lt. William Xuma: Michael Pan
Lt. Usko Koskinen: Julien Haggége
CORA: Christine Mühlenhof
Oberst Xiahou Shang: Cho See-Young
Cmdr. Ernest D. Scott: Frank Glaubrecht
Cpt. Peter Gottwald: Mark Bremer
Lt. Winston McIntosh: Sven Hasper
Lt. Bill Maddox: Tobias Kluckert
Adjutantin: Anja Henkelmann
Tschou Lin: Oliver Siebeck
Oberst Lao Wu: Stefan Gossler
Sgt. Domenico Sini: Simon Jäger
 

Inhalt:

2125: Die Strategische Raumflotte schickt Commander Ernest D. Scott und eine vierköpfige Crew mit einer Delta IX als erste bemannte Mission zum Uranusmond Oberon. Scotts Ehrgeiz, auch noch Mark Brandis' Geschwindigkeitsrekorde brechen zu wollen, wird der Expedition zum Verhängnis: es kommt zu einer Bruchlandung auf dem Mond Titania. Die Besatzung überlebt - doch niemand weiß, dass die Delta IX auf dem falschen Uranusmond gestrandet ist, und früher oder später lebenserhaltende Geräte ausfallen werden ...

Mark Brandis wird beauftragt, den neuen Leichten Kreuzer Hermes zu testen: mit einer Schutzmission. Er soll unbemerkt Commander Scotts Delta IX zum Uranus folgen und die Bedrohung einer Entführung durch die Republiken abwenden. Trotz seiner Abneigung dem selbstbewussten Scott gegenüber versucht Mark Brandis, seine Pflicht zu erfüllen. Doch Scott und seine Crew sind unauffindbar, und eine weitere Gefahr naht, mit der niemand gerechnet hatte ...



Bemerkungen: Das neue Abenteuer der Reihe Mark Brandis teilt sich erneut auf zwei CDs. Dabei erzählt man nur bedingt chronologisch, setzt eher auf zwei Plots, die am Ende zusammenlaufen, aber unterschiedliche Passagen erzählen. Im ersten Teil dreht sich alles um die Delta IX, die, von Cmdr. Scott gesteuert, den Uranusmond Oberon erreichen soll. Scott ist ein Draufgänger, der gern eigenmächtig handelt. Es kommt zur Katastrophe und zur Havarie auf dem Mond Titania - was aber mangels Funkkontakt nicht zur Erdstation gemeldet werden kann. Bemerkt wird es aber doch - leider vom feindlichen Lager...

Im zweiten Teil kommt dann Mark Brandis ins Spiel - seine Aufgabe ist es der Delta IX mit der neuen Hermes zu folgen und vor eventuellen Übergriffen zu schützen. Die Suche nach Scott und seiner Mannschaft wird dann auch noch von einem Schiff der Republiken gestört.

Dass der erste Teil fast ganz ohne den Titelgeber auskommen muss, ist kein Beinbruch, denn die Geschichte, die man hier erzählt, überzeugt. Sie besitzt einen zwar überschaubaren Plot, bietet aber jede Menge Dramatik. Die Havarie auf Titania teilt sich in zwei Überlebenskämpfe. Zum einen der an Board der Delta IX, zum anderen den der beiden Leutnants McIntosh und Maddox, die einen Sender für ein Notsignal außerhalb der Delta IX installieren sollen und hierzu eine immense Klettertour absolvieren müssen. Diese beiden Sequenzen werden sehr packend dargestellt und mit einer sehr gelungen installierten Parallele mit dem Wettlauf zum Südpol ergänzt. Von der Dramaturgie ist diese Episode rundum gelungen. Der erste Teil endet ungewiss - die Frage, ob und wer von der Besatzung der Delta IX überlebt, wird auf das Ende des zweiten Teils verschoben.

Dass der Hörer nun um die Dramatik der Delta IX weiß, macht den zweiten Teil von Anfang an spannend. Hier muss nun zunächst die Episode um den Eingriff der Republiken gelöst werden, was der Crew von Brandis natürlich gelingt. Die Rettung des havarierten Raumschiffes bietet dann das erwartet gute Finale, das auch noch einen sehr dramatischen Schlusspunkt setzen kann.

Die Reihe Mark Brandis hat schon immer mit einer recht fundierten Zukunftsprognose überzeugt. Die technische Entwicklung ist recht gut durchdacht und wirkt deutlich bodenständiger, als viele andere Serien, die oftmals keinerlei physikalischen Grenzen mehr kennen. Dazu kommt, dass die technischen Aspekte nicht im Mittelpunkt stehen, sondern mehr als Werkzeug funktionieren, um eine spannende Geschichte zu erzählen.
Auch der Titelheld überzeugt, weil er eben kein "Übermensch" ist, sondern Ecken und Kanten hat und auch mal Reaktionen zeigt, die man vielleicht so nicht erwartet. All dies findet sich auch in dieser Doppelfolge wieder.

Dieser angenehme Abstand zu den Genreklischees trägt sich auch in der Umsetzung weiter. Die Glaubwürdigkeit setzt sich auch in einer besonderen Soundkulisse fort. Hier regieren weniger die üblichen Standardklänge, sondern durchdachte und im Kontext der Geschichte glaubwürdige Geräuschkulissen. Die Musik von Joachim-C. Redeker sorgt dazu für sehr atmosphärische Kulissen und eine gute Begleitung der Handlung - immer präsent, aber nie aufdringlich oder überbordend. Wieder einmal zeigt man, dass man, gerade in diesem Punkt, derzeit das Maß der Dinge ist.

Bei den Sprechern bietet man in dieser Folge dem Hörer nochmal ein paar bekannte Stimmen mehr. Gerade im ersten Teil wimmelt es von großen Namen, die auch dafür sorgen, dass das Ergebnis sich gut hören lassen kann. Frank Glaubrecht führt die Riege dort als Cmdr. Scott an. Er bringt eine sehr gute Leistung, die zeigt, dass er deutlich mehr kann, als Geister jagen. Auch Dank der dramatischen Ereignisse gibt es hier auch erstklassige Performances von Simon Jäger, Mark Bremer und vor allem Sven Hasper und Tobias Kluckert.
Im zweiten Teil regiert dann hauptsächlich wieder die gewohnte Mark-Brandis-Riege. Auch hier sind die Leistungen fast durchgehend überzeugend, nur in den Nebenrollen sticht hier und da mal eine Leistung heraus, die etwas unter dem hohen Durchschnittsniveau liegt.

SF ist nicht unbedingt mein Lieblingsgenre - dennoch gelingt es Mark Brandis immer wieder, mich trotzdem bestens zu unterhalten. Gerade diese Episode hat mir wieder großen Hörspaß bereitet. Es werden spannende Abenteuer erzählt, ohne dabei - weder inhaltlich noch in der Umsetzung - auf zu abgedroschene Genreklischees zurückzugreifen. Das Abenteuer vom "Vorstoss zum Uranus" möchte ich daher nicht nur Fans von Weltraumabenteuern empfehlen, hier sollten ruhig alle mal reinhören, die spannende und gut erzählte Geschichten mögen.


Meine Wertung: + + + + +

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