Meister des Schrecken VI - Das Bildnis des Dorian Gray
  Autor: Oscar Wilde
Bearbeitung: Marc Chainiaux
  Produktion: Maritim 2009
  Schnitt: Marc Chainiaux
  Länge: 119 Min.
 


Mitwirkende:

Erzähler: Bernd Vollbrecht
Sprecher: K.Dieter Klebsch
Dorian Gray: Florian Halm
Lord Henry Wotton: Peter Weis
Basil Hallward: Klaus Dittmann
Rebecca als Kind: Saskia Niendorf
Rebecca Worthingham: Sabine Bohlmann
Ashton Bournemouth: Walter von Hauff
Sibyl Vane: Jo Kern
Lord Fermor: Christian Mey
Margaret Devereux: Dagmar Dempe
Lieutenant Clayton: Philipp Brammer
Khaled: Volker Brandt
Lord Kelso: Niels Clausnitzer
Duchess of Harley: Pia Werfel
Mr Isaacs: Michael Habeck
Sir Thomas: Martin Kessler
Lady Agatha: Giesela Fritsch-Pukass
Lady Victoria Wotton: Susanne Meikl
Lady Narborough: Roswita Benda
Parker, Hallwards Butler: Fritz von Hardenberg
Fortescue, Grays Butler: Wolfgang Bahro
James Cunningham, Duke of Monmouth: Peter Groeger
Sir Robert Bentley: Christian Rode
Alan Campbel: Reent Reins
Kutscher: Helmut Krauss, Gerhard Acktun
Prostituierte: Andrea Rohac

Inhalt:

Dorian Gray, ein wohlhabender englischer Gentleman ist nur von einem einzigen Gedanken besessen: die ewige Jugend zu erlangen! Von seiner eigenen Schönheit bezaubert, verkauft er seine Seele, um seinen Wunschtraum
wahr werden zu lassen.
Hemmungslos gibt er sich seinem Hang zu maßloser Verschwendung, Verbrechen und Grausamkeit hin, denn er altert nicht mehr und sein zügelloser Lebensstil hinterlässt an seinem Körper keine Spuren. Doch auf seinem gemalten Portrait verbirgt sich die grauenvolle Wahrheit ...

1890 löste Oscar Wildes einziger Roman, das gruselige Melodram "Das Bildnis des Dorian Gray", bei seiner Veröffentlichung einen Skandal in Großbritannien aus.



Bemerkungen: Nachdem der siebte Teil der Reihe "Meister des Schreckens" schon geraume Zeit auf dem Markt ist, hat sich "Das Bildnis des Dorian Grey" etwas mehr Zeit gelassen. Immerhin schafft es, den Titel in die Regale zu bringen, bevor die Konkurrenz diesen Stoff ebenfalls an das geneigte Ohr des Hörers heranträgt.

Bleibt die Frage, was maritim aus diesem Stoff herausholen kann. Auch wenn es meine gewöhnliche Ordnung vorsieht, dass ich mich zunächst mit dem Inhalt beschäftige, so muss ich diesmal eine Ausnahme machen und das größte Problem dieser Produktion gleich vorneweg stellen:

Hörspiele mit einem Erzähler zu versehen ist ein gängiges Stilmittel, das den Aufwand und die Schwierigkeit sowohl in der Produkion, als auch beim Hören im Regelfall etwas minimiert. Normalerweise ist diese Rolle zudem eine der einfacheren, da man sich selten mit Besonderheiten eines Charakters auseinandersetzen muss. Das was Bernd Vollbrecht allerdings aus dieser Aufgabe macht, lässt sich spontan mit nichts vergleichen, was ich in meinem Leben bislang gehört habe. Ab dem ersten Satz klingt er, als jage ihn beim Sprechen eine Meute Wölfe durchs Studio. Egal, ob es im Hörspiel ruhig oder spannend zugeht - Vollbrecht gibt Vollgas. Allein diese "Leistung" verdirbt leider das komplette Hörspiel.
Daneben gönnt man - warum auch immer - dem Stück noch einen Erzähler, Klaus-Dieter Klebsch, der diese Aufgabe wesentlich besser löst.

Auch bei den restlichen Sprechern bekommt man eher solide Kost. Dazu wirkt sich hier die Vielfalt negativ auf das Zusammenspiel aus. Gerade die Sprecher in den kleineren Nebenrollen agieren hier zum Teil etwas weniger passend im Gesamtgefüge.

Inhaltlich überzeugt mich diese Produktion auch nicht wirklich. Die Bezüge innerhalb der Geschichte sind zum Teil etwas dünn, beziehungsweise sie werden nur wenig beleuchtet. Obwohl man hier zwei Stunden eine Vielzahl an Dialogen bringt, ist hierin mehr Geplänkel als Substanz  enthalten.
Auch wenn das Thema die lange Spielzeit hätte vertragen können, setzt die Geschichte aber nicht die notwenigen Schwerpunkte, sodass sich das Ergebnis eher als langweilig und fahrig darstellt.

Der qualitativ beste Punkt dieser Produktion ist das Thema "Musik- und Geräuschkulisse". Hier arbeitet man auf dem soliden Niveau, anderer maritim-Produktionen. Auch wenn man meist überall ein Schippchen dazulegen könnte, insgesamt genügt die Untermalung, um die einzelnen Szenen ausreichend auszustatten.


Trotz vielversprechender Vorlage und Sprecherensemble ist diese Produktion leider eine der schlechtesten, die ich aus dem Hause maritim je gehört habe. Ein sprödes Skript, ein wenig harmonisiertes Sprechercast und ein Erzähler, dessen Leistung vollkommen indiskutabel ist, sorgen leider dafür das der Reihentitel "Meister des Schreckens" plötzlich eine ganz neue Bedeutung gewinnt.
meine Wertung: - - -
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