Morland
  Autor: Peter Schwindt
Bearbeitung: Leonhard Koppelmann
  Produktion: Headroom 2009
  Regie: Leonhard Koppelmann
  Länge: 238 Min.
 


Mitwirkende:

Erzähler: Ulrich Noethen
Hakon: Matthias Koeberlin
Tess: Céline Vogt
York: Benjamin Degen
Egmont: Bastian Pastewka
Lennart: Jan-Gregor Kremp
Richter Urban: Ernst-August Schepmann
Egino: Martin Bross
Juri: Wolf Aniol
Pranas: Markus Scheumann
Iveta: Caroline Schreiber
Agneta: Luzie Kurth
Wooster: Traugott Buhre
Kerkoff: Paul Faßnacht
Nora: Christa Strobel
Henrikson: Bernt Hahn
Marklund: Wolfgang Rüter
Magnusson: Walter Gontermann
Visby: Bernd Kuschmann
Norwin: Hansjoachim Krietsch
Elverum: Hartmut Stanke
Sigrunsdotter: Therese Dürrenberger
Silvetta: Frauke Poolman
Boleslav: Karlheinz Tafel
Nadja: Sigrid Burkholder
Vera: Bettina von Kollbeck
Swann / Dr. Mersbeck: Andreas Grothgar
Wächter: Jochen Kolenda

Inhalt:

Hoch im Norden zwischen schneebedeckten Bergen und rauchenden Industrieschloten erleben die Menschen des Landes keine guten Zeiten. Sie hungern, es kommt zu Aufständen, die Geheimpolizei ist allgegenwärtig. In dieser unruhigen Zeit tauchen plötzlich Jugendliche auf, die magische Fähigkeiten besitzen. Eine gnadenlose Hetzjagd auf Tess, York und Hakon beginnt. Gleichzeitig erschüttert eine rätselhafte Todesserie das Land. Überall werden Leichen geborgen, die definitiv keine Mordopfer sind. Sie haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind kopflos.


Bemerkungen: Mit "Die Rückkehr der Eskatay" legt headroom den ersten Teil der "Morland"-Trilogie als Hörspiel auf. Eine Fantasygeschichte, die dem Genrenamen auch wirklich gerecht wird, denn "Morland" strotzt vor phantasievollen Ideen. Die Kulisse besteht aus einer industrialisierten, wirtschaftlich aber desolaten Welt, die der Autor mit magischen Elementen und einem gelungenem Endzeitplot versieht.

Die vorliegende Hörspielfassung, die Leonhard Koppelmann für headroom inszeniert hat, erzählt zunächst einen Prolog, der etwas von der Handlung losgelöst erscheint und erst später in der Geschichte zu einem Aha-Erlebnis führt.
Danach geht es in den eigentlichen Plot, in dem die Geschichten der Protagonisten Tess, York und Hakon erzählt werden. Diese haben ein spezielles Schicksal und jeweils eine besondere Begabung.

Die Figuren sind insgesamt sehr gut und klar gezeichnet. Ihre Verknüpfungen in die Geschichte sind dabei sehr gelungen; es gelingt in vielen Fällen, die Tendenzen der Charaktere lange geheimnisvoll zu halten. Das sorgt für zusätzliche Spannung und letztlich für einen sehr hohen Unterhaltungswert.

Aber nicht nur inhaltlich kann diese Produktion überzeugen. Dem Team um Leonhard Koppelmann gelingt  es, der Geschichte die passende Kulisse und Atmosphären zu geben. Musik- und Geräuschkulisse sind stets auf den Punkt und sorgen dafür, dass jegliche Szenerie gut vorstellbar wird.

Auch bezüglich der Sprecher gibt es keinen Grund zu Klage: Viele gestandene Radiosprecher tummeln sich im Cast, und diese bringen auch erwartungsgemäß ihre Qualität mit. Ulrich Noethen führt dabei als klassischer Erzähler durch die Geschichte. Dabei setzt man auf einen eher ruhigen Ton, der nicht auf Effekthascherei aus ist.

Ein besonderes Augenmerk liegt natürlich auf den Hauptfiguren. Matthias Koeberlin und Céline Vogt haben ja shon einige Hörspielerfahrung und lösen, die ihnen hier gestellt Aufgabe souverän. Mit Benjamin Degen wird eine neue Stimme hörbar, die mir sofort ins Ohr ging. Er legt eine sehr charmante Performance hin, die der nicht unbedingt einfachen Figur des York durchaus gerecht wird.

Ungewöhnlich, aber sehr gut auch der Einsatz von Bastian Pastewka. Er zeigt hier, dass er nicht nur als "Mr. Lustig" unterwegs sein kann. Die durchweg ernste Rolle des ....   meistert er sehr ordentlich.


Dieser Auftakt zur "Morland"-Trilogie hat mich bestens unterhalten. Eine Produktion, die ich gar nicht mehr vom Ohr bekam und die ich daher auch uneingeschränkt weiterempfehlen kann und möchte.
Meine Wertung: + + + + +
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