Probelauf
  Autor: Eva Maria Mudrich
  Produktion: WDR 1990

Audiobuch 2008
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  Regie: Frank Erich Hübner
  Länge: 50 Min.
Cover

Mitwirkende:

Lothar Traffer: Gerd Baltus
Leonie Anderson: Carmen Renate Köper
Eberhard Buchmann: Werner Rundshagen
Titus Rabatino: Matthias Ponnier
Frau: Erika Skrotzki
1. Mann: Josef Meinertzhagen
2. Mann: Bodo Primus
3. Mann: Reinhard Schulat

Inhalt:

Ein gewagtes Experiment schlägt der frühere Dokumentar Lothar Traffer dem Fernsehredakteur Buchmann vor: Mit versteckter Kamera sollen vier in Schmiergeldaffären verwickelte Bauunternehmer im Hotelzimmer 218 live gefilmt werden. Frau Anderson, Traffers Schwägerin, lädt die Herren telefonisch zu dem Treffen ein. Dort sitzt Rabatino, ein alternder Schauspieler, der ihnen vermeintlich Instruktionen und einen Schließfachschlüssel übergeben soll. Das Treffen kommt zustande. Aber kurz danach ist der alte Schauspieler tot.

Bemerkungen:

Wenn man bedenkt, dass dieses Hörspiel bereits zu einer Zeit produziert wurde, in der es noch kein Privatfernsehen gab, ist die Geschichte umso erstaunlicher. Was damals noch wie ferne Zukunftsmusik klang ist heute sehr nah an der Realität und schon fast harmlos.

Dieser Mudrich-krimi, der wie nahezu alle ihre Krimis die Frage nach der Moral stellen, ist hier ein besonderes Beispiel. Denn hier steht diese auch direkt im Fokus und der Fall an sich ist nur der Auslöser für die Frage nach der Schuld.

Das Hörspiel basiert auf einer Spielart des Milgram-Experiments, dass auch im Stück selbst thematisiert wird. Über diese sehr anschauliche Diskussion, vergisst man fast die Lösung des Falls im Hintergrund. Doch auch dieser wird natürlich - wie erhofft - sehr pointiert geklärt.

Hauptsächlich agieren hier Gerd Baltus, Carmen Renate Köper und Werner Rundshagen als in einer exzellenten Gesprächsrunde, die vor dem Hintergrund des makabren Spiels sich hier gegenseitig ihren Anteil an Schuld an dem ganzen vorwerfen. Sie agieren in ihren Rollen sehr reell und sorgen für eine sehr glaubwürdige Umsetzung der Geschichte.

Wieder einmal ein echter Hinhörer aus der Feder Eva Maria Mudrichs.

 

 

Meine Wertung: + + + + +

 

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