Idee, Regie und Realisation: Christopher Ludwig und Michael Sonnen
Text: Christopher Ludwig
Musik und Sound-Design: Michael Sonnen
Schwindelfrei / Eins-A-Medien 2009
59 Min.
Erzähler: Gregor König
Les Parker: Tobias Meister
Mary: Silke Haupt
Konog: Josef Tratnik
Mutter von Les: Andrea Pinkowski
Vater von Les: Heiko Pinkowski
Frau Wasabi: Eva Zeitler
Klinger: Engelbert von Nordhausen
Debah: Tom Jacobs
Les als Kind: Paul Pinkowski
Empfangsdame: Sonja Röder
Professor Ayres: Ernst August Schepmann
Die Zeit verlangsamt sich und steht wie eingefroren vor ihm. Eine
unbekannte Stimme erklingt in seinem Kopf und prophezeit, dass die
Dunkelheit in ihm erwachen wird. Les Parker ahnt noch nicht, dass sein
Wochenendausflug mit seiner Freundin Mary völlig anders
beginnen wird als vorgesehen. Mit Les geht eine unheimliche
Veränderung vor – eine Veränderung, die
sein Leben zutiefst erschüttern soll. Zur gleichen Zeit wird
die Vulkaninsel Rangitoto Island vor Aucklands Küste von einem
unerklärlichen Erdbeben und Leuchterscheinungen heimgesucht.
Parker macht sich auf den Weg diese Phänomene genauer zu
untersuchen. Begleitet von dem undurchsichtigen Klinger beginnt
für Les eine Reise in eine Finsternis, die seine
Vorstellungskraft bei weitem übersteigt!
Bemerkungen:
Mit "Projekt Meru" erscheint eine weitere
Mystery-Hörspielserie am Markt. Wie es sich für einen Auftakt
in diesem Genre gehört, bleibt die Geschichte hier noch unklar und
stellt nur einige Aspekte und Phänomene dar, die - hoffentlich -
in weiteren Folgen untermauert werden und zusammenwachsen. Man
führt hier Charaktere ein, verzichtet allerdings darauf, diese in
einer Vorgeschichte vorzustellen. Dies geschieht handlungsbegleitend und dezent, es stört so die Handlung kaum.
Man steigt gleich in die Geschichte ein und wird mit recht
genretypischen Elementen, wie Traumsequenzen und unerklärlichen
Phänomene konfrontiert. Die Spannung erwächst ausreichend aus
der guten Erzählweise der Geschichte selbst, wird aber auch durch
eine sehr stimmige Inszenierung perfekt unterstützt.
Michael Sonnen zeichnet für die erstklassige akustische Kulisse
verantwortlich. Das, was hier geboten wird, braucht sich am derzeitigen
Markt und insbesondere hinter der unmittelbaren Genrekonkurrenz nicht
zu verstecken. Das Hörspiel ist über die gesamte Spieldauer
sehr passend untermalt. Man schafft gute Hintergrundkulissen und kann
auch bei der Begleitung der Geschichte wirklich überzeugen. Gerade
der Musik gelingt es, die Stimmung der Geschichte an jedem Punkt
aufzugreifen und zu verstärken.
Ein Sonderlob auch für die gelungene Besetzung. Selbst wenn man zu
den Charakteren nach dieser ersten Folge noch gar nicht viel sagen
kann, gelingt es doch, nicht allein professionelle Leistungen an den
Tag zu legen, sondern vor allem, den Figuren ein eigenständiges
und unterscheidbares Gesicht zu verleihen. Dabei setzt man auf
zum Teil sehr bewährte Kräfte. Tobias Meister in der Rolle
des Protagonisten Les Parker erweist sich bislang als
Idealbesetzung. Aber auch alle, die dahinter stehen, liefern hier gute
und glaubwürdige Arbeit ab, ungeachtet dessen, ob es sich um alte
Hörspielrecken wie Engelbert von Nordhausen oder Ernst August
Schepmann handelt, oder es eher die eher unbekannten Stimmen sind.
Insgesamt ist "Blutender Himmel" ein erstklassiger Auftakt für die
anstehende Serie "Projekt Meru", der auf weitere spannende Folgen
hoffen, und die (geplante) Wartezeit bis Januar - dort soll mit "Das
Pankom" die zweite Episode erscheinen - recht lang werden lässt.