Schrei der Angst -Feeder

Dialogbuch: Federico Avino
Story und Dramatik: Arndt Schmöle
Nach einer Idee der Fehsebrothers
Gesamtleitung: Marc Fehse
Produktion: Marctropolis
Idee und Umsetzung: Marc Fehse
Musik & Sound FX: Marc Fehse, Thomas Christes, Knut Bussian

Phasenmusik 2009




Introsprecher : Ernst Meincke
Sprecher: Arndt Schmöle
Miguel del Canto: Martin May
Doris Debrochet: Annette Gunkel 
Director Shown: Detlef Bierstedt 
Agent Baker: Jona Mues 
Vladimir Videofsky: Tobias Häusler 
Polizeifunk/Zentrale: Fritz Wunderlich
Leichenbeschauer: Thomas Christes
Phillip Schwarz: Andreas Sparberg
Ortsangaben: David Annel
1. Polizist: Henning Nöhren 
2. Polizist: Sascha Hummel 
3. Polizist: Nils Schumacher
Bankgeisel: Dagmar Dreke 
Portier/Richard: Harry Schmidt
Guiseppe: Sami El Gharbi
Alberto: Arndt Schmöle
Sanitäter: Marc Fehse


Der Auftakt zur Hörspielserie Schrei der Angst entführt in die Abgründe menschlicher Perversion.

Wer bislang nicht wusste, was ein Feeder ist, bekommt nun reichlich Gelegenheit dazu, diese Wissenslücke zu füllen. In Feeder treibt Phillip Schwarz sein perverses Unwesen. Er mästet Frauen mit seinen Fütterungsmaschinen qualvoll zu Tode. Und nicht nur das: Genüsslich stellt er dem FBI seine Opfer zur Schau. Warum tut er das? Und wer ist das nächste Opfer? Die Agenten nehmen die Verfolgung auf und stoßen dabei des Öfteren an ihre physischen und psychischen Grenzen. 

Feeder 1 Trailer
Bemerkungen:

Mit "Feeder" legt ein weiteres neues Label am Hörspielmarkt seinen Einstand vor. "Marctropolis" hat sich bislang im Bereich "Film" getummelt, was auch diesem Hörspiel hörbar einen Stempel aufdrückt. Denn gerade die Art, wie das Skript erstellt wurde, erinnert eher an ein Filmdrehbuch, denn an eine speziell auf das Medium Hörspiel zugeschnittene Vorlage. Die Figuren agieren insofern in ihren Dialogen etwas "echter", da hierin nicht noch das Umfeld erklärt werden muss. Diese Aufgabe übernimmt Erzähler bzw. Sprecher Arno Schmölke, der damit große Teile der Geschichte trägt. Ihm gelingt es gut, die Stimmung der Szenen aufzugreifen. So wirkt er, trotz des großen Umfanges seiner Aufgabe, als Teil des Hörspiels und nicht als aufgesetztes Element.

Auch die Geschichte selbst erinnert eher an den Filmbereich. Die Presseankündigung weist schon auf die Nähe zu "Sieben" oder "Das Schweigen der Lämmer" hin. Das ist keine leere Phrase, in diesem Spektrum liegt auch "Feeder" tatsächlich. Obwohl der visuelle Effekt fehlt, steht dieses Hörspiel in Sachen Schock-Effekt den filmischen Umsetzungen kaum nach. Im Gegenteil, die Macher gehen schon sehr derbe mit ihren Figuren, und damit auch letztlich mit dem Hörer, um. Schonkost gibt es woanders.

"Feeder" beginnt sehr stark und actionlastig, man nimmt den Hörer sofort gefangen und fesselt ihn gut an die Geschichte. Das Tempo fällt dann etwas, ma hält aber die Spannung, aufgrund der bedrohlichen Kulisse weiterhin aufrecht. Dennoch hätte man im Mittelteil die Handlung etwas straffen dürfen. Das Ende überrascht dann allerdings wieder mit unerwarteten und heftigen Wendungen und einem bitterbösen Cliffhanger, der Freunde eines harmonischen Finales sicherlich nicht schmecken dürfte. Aber genau wie das Leben, ist auch "Feeder" nunmal kein Ponyhof.

Auch in der Umsetzung ist "Feeder" ein sehr ordentlicher Erstling. Kleinere Schwächen bei den Sprecherleistungen gibt es zwar; gerade bei einigen emotionalen Ausbrüchen hätte die Regie nochmal hätte nachfassen müssen, um etwas mehr Authentizität zu schaffen. Gelungen ist die Soundkulisse, die der Produktion eine eigenständige und stimmige Farbe verleiht. Der Inhalt wird hier mit guten Hintergründen versehen, der für plastische Bilder sorgt und so Spannung, sowie Grusel- und Schockelemente gut unterstützt.

Hier und da lässt man sich zwar noch etwas Luft nach oben, aber insgesamt ist "Feeder" ein gelungener Einstieg. Ein Thriller-Hörspiel der härteren Gangart, das nicht gerade rücksichtsvoll mit den Nerven der Hörer spielt - Davon hätte ich gerne mehr!

 
 
Meine Wertung: + + +
   
Zum Interview mit Marc Fehse im Hörspiel-Blog
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