Sherlock Holmes (46) Die Löwenmähne
  Autor: Daniela Wakonigg nach Arthur Conan Doyle
  Produktion: martim 2010
  Regie: Studio Maritim
Aufnahme: Marc Chainiaux
Länge: 65  Min.
 

Mitwirkende:

Sherlock Holmes: Christian Rode
Dr. Watson: Peter Groeger
Harold Stackhurst: Norbert Gastell
Fitzroy McPherson: Stephan Schwartz
Ian Murdoch: Kai Henrik Möller
Tom Bellamy: Eckart Dux
William Bellamy: Michael Iwannek
Miss Maud Bellamy: Melanie Fouchè
Inspektor Bardle: Andreas von der Meden
Sergeant Anderson: Fritz von Hardenberg
Mrs. Emmy Winter: Karin Eckhold
 

Inhalt:

Holmes und Watson machen einige Tage Urlaub an der Küste von Sussex, als dort am Strand unter rätselhaften Umständen ein junger Biologielehrer stirbt. Sein Rücken ist übersäht von Peitschenhieben. Aber wer kann ihm diese Verletzungen zugefügt haben, wenn am Strand keine anderen Fußabdrücke außer seinen eigenen zu finden sind?

Bemerkungen: Die Hörspielfassungen des Labels Maritim setzen auf die stets gleichen Rahmenbedingungen bezüglich der Protagonisten. Entsprechend wird auch dieser Fall, in dessen Vorlage Watson gar keine Rolle spielt, auf dieses Schema umgeschrieben und so der Besonderheit der holmes'schen Erzählweise beraubt.  Die Beibehaltung dieses Stilbruchs,hätte nach 45 Folgen sicherlich für Abwechslung gesorgt.

Dennoch, dem Fall an sich schadet die Hereinnahme von Holmes' Dialogpartner nicht, denn die Routine des Formats in Skript und Darstellung bringt auch hier wieder für eine sehr eingängige und unterhaltsame Kriminalgeschichte. Diese besticht durch einen sehr ungewöhnlichen Fall, der mit merkwürdiger Spurenlage und der recht eindeutigen wirkenden, aber natürlich letztlich falschen Fährte aufwartet. Etwas ärgerlich daran ist, dass dieser Fall weniger durch Kombination zu lösen ist, sondern Faktenwissen voraussetzt. Damit sollte man sich hier gar nicht auf das Miträtseln einlassen, denn wenn man nicht eh schon von vorneherein die Lösung kennt, wird man sich letztlich nur ärgern, dass man diese nicht aus dem Fall heraus erschließen konnte.

Die Umsetzung ist - wie gewohnt - solide. Das Duo Rode / Groeger geht hier routiniert zur Sache und bekommt von Daniela Wakonigg recht gute Dialoge, die nicht merken lassen, dass Dr. Watson hier in die Geschichte zusätzlich eingefügt wurde. Das gewohnte Geplänkel zwischen den Protagonisten findet auch hier statt, allerdings sind hier die sonst oft auffälligen Brüche zwischen vorgegebenem Text und Improvisation nicht so deutlich hörbar.
Das restliche Ensemble rekrutiert sich aus vielen bekannten Sprechern, die sich auch in anderen Hörspielen des Labels maritim hören lassen. Die Leistungen sind gut, allerdings bieten die Figuren auch keine großen schauspielerischen Hürden.

Insgesamt bietet die Sherlock Holmes-Reihe auch in dieser Folge wieder eine unterhaltsame, solide produzierte Krimi-Episode. Der Fall ist recht originell und überrascht mit einer ungewöhnlichen Lösung. Dass diese sich nicht aus den Ermittlungen logisch entwickelt, ist dann allerdings die Kehrseite der Medaille.
 
Meine Wertung: + + +

   


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