| Sherlock Holmes & Co
(2) - Thinking Machine: Der zerbrochene Armreif nach Jaques Futrelle Übersetzung, Buch und Regie: Markus Winter Sound, Musik, Mix: Olvier Baumann, Wintereit Romantruhe Audio 2010 46 Min. ![]() Professor S. P. X. van Dusen: Martin Kessler Hutchinson Hatch: Norbert Langer Rebecca: Ranja Bonalana Josh Harding: Peter Niemeyer Martha: Karen Schulz-Vobach Heather: Silke Haupt Miss Harding: Katrin Hess Inspektor Mallory: Walter Gontermann Intro: Lutz Mackensy Wer klaut einen scheinbar wertlosen Goldreif, wenn es am Tatort weit prächtigere Geschmeide in Hülle und Fülle gibt? Und warum taucht das Schmuckstück kurze Zeit später wieder auf? Oder besser: Eine Hälfte davon, denn es wurde brutal auseinandergebrochen. Welche Rolle spielt ein geheimnisvoller Zettel aus der Vergangenheit, der eine verschlüsselte Botschaft enthält? Fragen über Fragen. Ein Fall, wie geschaffen für die Denkmaschine. Zusammen mit dem furchtlosen Starreporter Hutchinson Hatch macht sich der Professor daran, den mysteriösen Fall aufzuklären. |
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| Bemerkungen: Die zweite Folge der Reihe "Sherlock Holmes & Co", in der Romantruhe Audio unveröffentlichte Fälle berühmter literarischer Meisterdetektive in eine Hörspielfassung bringt, widmet sich einem Protagonist, der gerade im Hörspielbereich eine feste Größe ist. Dies ist Professor van Dusen aufgrund der Serie, die Michael Koser für den RIAS bzw. DLR Berlin in den Jahren 1978 bis 1999 verfasste. Diese Reihe, die auf Futrelles Geschichten basiert, hat bei Radiohörspielfans hohen Kultstatus. Romantruhe Audio tritt insofern ein schweres Erbe an. Van Dusen hat in rund 80 Radiohörspielen einen Rahmen etabliert, gegen den man hier ankämpfen muss. Es wird umso schwieriger, als nahezu zeitgleich auch die Koser-Hörspiele erstmals in den Handel kommen und nun zwei Van-Dusens in direkte Konkurrenz treten. Die hier vorliegende Fassung nutzt allerdings die Originalgeschichten Futrelles und nicht nur hauptsächlich den dort gegebenen Rahmen. Damit bekommt man auch eine etwas ernsthaftere Grundlage, die tatsächlich deutlich mehr dem traditionellen Krimi Rechnung trägt. Der Fall mit dem "zerbrochenen Armreif" bringt viele interessante Ermittlungsmomente und ist - auch dank einer seiner Spielzeit - sehr kurzweilig. Der Fall reicht hierfür komplett aus und kann ohne Längen erzählt werden. Schwieriger wird es bei der Umsetzung. Im Gegensatz zu der ersten Holmes-Geschichte der Reihe, beginnt man nicht mit der Einführung der Charaktere, sondern startet direkt mit dem Fall, in dessem Verlauf dem Hörer einige Eckpunkte zu den Charakteren mitgeliefert werden. Das geht hier in Ordnung, da die Figuren im Original nicht so anspruchsvoll sind, als dass hier eine Vorstellung nötig wäre. Beim gewählten Ensemble stehen insbesondere die Protagonisten im Fokus. Martin Kessler und Norbert Langer sind, ebenso wie das restliche Cast, sehr gute Sprecher, die ein solches Hörspiel tragen und vor allem beleben können. Auch hier gibt sich keiner eine Blöße. Allerdings wirkt die Inszenierung, gerade wenn man die "Originale", Friedrich W. Bauschulte und Klaus Herm und deren berühmteste Geplänkel im Ohr hat, etwas unspektakulär und hebt sich nicht sonderlich im Genre hervor. Andererseits muss man gerade Kessler attestieren, dass er die berühmte Arroganz Van Dusens trefflich und zudem in ganz eigener Art darzustellen weiß. Die sonstige Umsetzung, insbesondere die musikalischen Untermalung, empfand ich - wie schon in der Sherlock-Holmes-Episode - als zu wenig mit der Geschichte verbunden. Es wirkt ein wenig beliebig. Insgesamt ist die Inszenierung zwar solide, aber man sollte hier schon künftig etwas Wert darauf legen, Besonderheiten zu prägen. Auch der zweite Teil bietet gute Krimiunterhaltung. Auch wenn man sich auch hier etwas Luft nach oben lässt, kann man zumindest eine Episode so erzählen, dass sie die Originalgeschichte in den Fokus stellt und nicht wie ein Plagiat des Koser-Van-Dusen wirkt. Meine Wertung: + + + |
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