| Staatsbegräbnis |
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Autor: |
Ludwig Harig |
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Produktion: |
SR / WDR 1969 |
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Regie: |
Johann M. Kamps |
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Länge: |
64 Min. (gek. 59 Min.) |
Inhalt: |
Am 25. April 1967 wurde Konrad Adenauers Staatsbegräbnis von allen Rundfunk- und
Fernsehanstalten der Bundesrepublik übertragen. Aus der Trauerzeremonie, den
Reden und Kommentaren von Politikern, Geistlichen und der Presse hat Ludwig
Harig eine knappe Stunde O-Ton zusammen-, ineinander- und übereinander
geschnitten. Die Analyse des Staatsbegräbnisses erfolgt allein per Montage, ohne
Zusatz zum authentischen Tonbandmaterial. Nicht nur hohle Lobreden werden im
"Staatsbegräbnis" durchschaubar gemacht. Auch die Verzerrung der Wirklichkeit
durch den Rundfunk. Auf Schallplatte durfte das Staatsbegräbnis zunächst nur
ohne Schluss-Sequenz gepresst werden, denn die nicht öffentlich gesprochenen
Äußerungen der Reporter gegenüber ihren Kollegen seien vom Gesetz geschützt.
Kein gutes Beispiel für selbstkritische Medien. Ebenso wie der damalige
SR-Intendant Franz Mai, der das Hörspiel 1972 nicht zur Veröffentlichung durch
den Luchterhand-Verlag und in anderen Sendern herausgeben wollte. Es sei eine
Verletzung "des sittlichen und religiösen Gefühls" der Bevölkerung und eine
"zynische Manipulation". |
Bemerkungen: |
Das Hörspiel ist eigentlich fast nur wegen seiner Schlusssequenz interessant.
Insofern verpasst man hier nicht viel, selbst wenn man nur die leicht oder gar
die stark gekürzte halbstündige Version hört. Dies sollte genügen um die
Austauschbar- und Floskelhaftigkeit der Trauerreden zu durchschauen -
Erschreckend genug.
Allerdings ist der Ruf, der dem Hörstück nachgeht -
zumindest aus heutiger Sicher, deutlich größer als, der tatsächliche
schockierende Inhalt.
Dennoch ist und bleibt "Staatsbegräbnis" ein Stück
Hörspielgeschichte, das man sich ruhig mal gönnen sollte. |
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