
| Autor: | Mary W. Shelley | |
| Produktion: | Titania-Medien | |
| Bearbeitung: | Marc Gruppe | |
| Länge: | ca. 130 Minuten | |
| Serie | Gruselkabinett | |
| Folge | 12 und 13 | |
![]() |
||
Mitwirkende: |
Peter Flechtner, Heinz Ostermann, Andreas Mannkopff, Christian Rode, Melanie Pukaß, Lucas Mertens, Petra Barthel, Nicola Devico Mamone, Klaus-Dieter Klebsch, Jürgen Thormann, Luise Helm und Marius Clarén. |
|
Inhalt: |
Im Eismeer nimmt ein festliegendes Expeditionsschiff einen Victor Frankenstein auf, der dem Kapitän seine Lebensgeschichte erzählt. Als jungem Studenten genügen ihm die Erkenntnisse der herkömmlichen Wissenschaft nicht mehr. Er wagt sich an vermessene Forschungen über das Geheimnis der Schöpfung. Aus Leichenteilen flickt er in seinem Laboratorium ein Geschöpf von beträchtlicher Größe und abstoßender Hässlichkeit zusammen. In einer düsteren Novembernacht gelingt es Frankenstein schließlich, dem Wesen Leben einzuhauchen. Dem Geschöpf gelingt die Flucht. Aufgrund seiner Hässlichkeit erlebt es jedoch überall extremste Ablehnung und wird stets verjagt. Sein daraus entstehender Groll richtet sich gegen seinen Schöpfer. Das Geschöpf tötet Victors kleinen Bruder und sorgt dafür, dass diese Tat einer unschuldigen Angestellten und Vertrauten der Familie angelastet wird, die auch daraufhin zum Tode verurteilt wird. Die Suche nach Vergeltung für das Leid, das über seine Familie kam, treibt Victor Frankenstein ins Hochgebirge. Schöpfer und Geschöpf treffen erstmals wieder aufeinander. Frankenstein wird sich allmählich der erdrückenden Verantwortung bewusst, die er durch seinen unüberlegten Schöpfungsakt auf sich genommen hat. Sein Geschöpf verspricht, ihn und die Seinen zukünftig unter der Bedingung zu verschonen, dass er ihm eine Frau schaffe, mit der er die Einsamkeit überwinden könne. |
|
Bemerkungen: |
Die Stärke dieser Serie ist ja eindeutig, dass man hier stets richtige Atmosphäre zu schaffen weiß. Die Umsetzung klassischer Stoffe liegt den Machern offenbar, denn das Flair der jeweiligen Zeit kommt eigentlich in allen Folgen sehr gut rüber. Hier wagt man sich nun also an eine der größten Geschichten des Genres. Eigentlich, sollte man meinen, gäbe es genug Umsetzungen dieses Stoffes. Aber erstens kann man diejenigen, die sich tatsächlich an die Vorlage halten deutlich in der Minderzahl und zweitens geschieht das hier mit einer Klasse, die alle mir bekannten Fassungen deutlich hinter sich lässt. Hier wird - in starkter Anlehnung an die Romanvorlage - die düstere Geschichte um Frankensteins Geschöpf erzählt. Während ja oft nur die Erschaffung des Wesens und der Schrecken, den es verbreitet, im Vordergrund steht, ist hier der moralische Aspekt des Werkes deutlich im Fokus. Dass dies aber nicht zu Lasten der Spannung und Unterhaltung geht, dafür sorgen die Produzenten in ihrer gewohnt perfekten Art. Trotz einer für Hörspielproduktionen epischen Breite über 130 Minuten, weißt Frankenstein hier keinerlei Längen auf. Zudem sind fast alle Elemente der Vorlage enthalten, auch wenn einiges stark verkürzt werden musste. Allerdings sind diese Kürzungen an den richtigen Stellen. Beispielsweise wird zwar die Zeit in Ingolstadt bis zu Erschaffung des Monsters arg eingedampft, aber alle Motive und wichtigen Punkte dieser Zeit sind trotzdem enthalten. Man muss sagen, dass Marc Gruppe hier eine extrem gute Leistung abgeliefert hat. Auch bei den Sprechern gibt man sich keine Blöße. Wie üblich setzt man bei Titania auf große Namen aus den Synchronbereich. Das ist bis jetzt immer eine Bank in der Serie gewesen und das gilt erst recht in diesem Fall. Die Sprecher wirken so natürlich in ihren Rollen, man nimmt ihnen jede Szene ab. Auch wenn ich im Gruselkabinett eigentlich die eher unbekannteren Geschichten favorisiere, ist diese Umsetzung eines der besten (wenn nicht das beste) Hörspiele der bisherigen Folgen. Nach Frankenstein habe ich die Vermutung, Titania könnte auch aus einem Medikamentenbeipackzettel ein erstklassiges Hörspiel zaubern. Wenn andere Labels den Hörspielolymp stürmen wollen - Titania ist schon oben! |
|
| Meine Wertung: | + + + + + | |
| Autor: | Ernst Benjamin Salomon Raupachs | |
| Produktion: | Titania-Medien | |
| Bearbeitung: | Marc Gruppe | |
| Länge: | ca. 74 Minuten | |
| Serie | Gruselkabinett | |
| Folge | 14 | |
![]() |
||
Mitwirkende: |
Viola Sauer, Hartmut Neugebauer, Uwe Büschken, Arianne Borbach, Inken Sommer, Ingeborg Lapsien, Jürg Löw, Tanja Geke und Heinz Ostermann. |
|
Inhalt: |
Baron Ferenc Nádasdy trauert, obwohl er mittlerweile ein zweites Mal verheiratet ist, noch immer seiner toten ersten Frau Elisabeth Báthory nach. Nacht für Nacht sucht er ihr Mausoleum auf und hadert mit seinem Schicksal. Ein Zauber könnte ihm die Geliebte ins Leben zurück bringen. Die weise Magierin warnt jedoch inständig vor diesem unheiligen Werk, denn es könnte Tod und Verderben über die Seinen bringen. Trotz dieser Warnung besteht Ferenc auf der Durchführung. Die Tote erwacht zum Leben. Ferenc wirft umgehend seine zweite Frau aus, um wieder mit Elisabeth vereint zu sein. Diese benötigt allerdings das Blut anderer zum Überleben und tötet nach und nach die Menschen in ihrer Umgebung. |
|
Bemerkungen: |
Nach den letzten Folgen, die stets recht bekannte Vorlagen hatten, wendet man sich mit der Blutbaronin wieder etwas mehr dem Ursprung der Serie zu und vertont einen im Hörspielbereich noch jungfäulichen Stoff. Und wieder kitzelt man aus der Vorlage das Beste heraus. Auch wenn die Story etwas zu gerade in eine Richtung geht und wenig Überraschendes bietet, an Spannung mangelt es zu keiner Zeit. Längen? Fehlanzeige. Auch hier ist die Produktion proppenvoll an dichter Story, die zudem die einzelnen Szenen sehr lebendig wirken lässt. "Kopfkino" ist hier keine Floskel, sondern Programm. Auch hier sind wieder nur Sprecher am Werk, die nicht nur etwas von ihrem Job verstehen, sondern die auch sehr gut auf die Rollen passen. Alles in allem gibt es hier wieder mal eine glänzende Produktion zu hören. Das Gruselkabinett befindet sich weiterhin auf einem Höhenflug. Ein paar kleine Abzüge gibt es vielleicht für die etwas zu gradlinige Story, aber das, was Titania daraus macht, ist einfach großartig. |
|
| Meine Wertung: | + + + + | |
| Autor: | Johann August Apels | |
| Produktion: | Titania-Medien | |
| Bearbeitung: | Marc Gruppe | |
| Länge: | ca. 74 Minuten | |
| Serie | Gruselkabinett | |
| Folge | 15 | |
![]() |
||
Mitwirkende: |
Marius Clarén, Jochen Schröder, Dagmar von Kurmin, Luise Helm, Tobias Kluckert, Jürgen Thormann, Inken Sommer, Heinz Ostermann, Evelyn Maron, Norman Matt, Uwe Büschken und Jürg Löw. |
|
Inhalt: |
Wilhelm liebt des Försters Tochter Käthchen, doch diese soll keinen Schreiberling, sondern einen Jäger heiraten, dem Käthchens Vater die Erbförsterei übertragen kann. Da dieser von dieser Idee nicht abrückt, bleibt Wilhelm nichts anderes, als sich zum Jäger zu machen. Doch seine schlechten Schießleistungen drohen, den Plan scheitern zu lassen. Wilhelm erfährt von der Sage, dass es möglich sei, mit des Teufels Hilfe Freikugeln zu gießen, die ihr Ziel nie verfehlen. In seiner Not sieht er keinen anderen Ausweg, als diese Chance zu ergreifen. Auch dunkle Vorzeichen bringen ihn nicht von diesem Weg ab. |
|
Bemerkungen: |
Den Freischütz ist weitestgehend nur in der Opernfassung bekannt. Daher befremdet es auf den ersten Blick, diese Vorlage in eine Gruselserie einzubinden. Aber auch hier hat das Team von Titania ein geschicktes Händchen bewiesen. Nach der Einführung, kommt die Geschichte zunächst sehr blumig und romantisch daher, so dass man den Eindruck hat, hier einer Vertonung eines alten Heimatfilms zu lauschen. Aber es ist ja der kleine Kniff von guten Gruselgeschichten, den Hörer oder Leser zunächst mit einer gemütliche Geschichte einzulullen, und dann irgendwann das Ganze ins Grauen kippen zu lassen. Der Effekt wirkt dabei umso besser, je größer diese Klippe ist. Auch Titania gelingt dieser Effekt beim Freischütz - die kleine Liebesschmonzette ändert sich in ein düsteres Stück mit fatalem Ausgang. Die düsteren Wolken, die sich über dem Protagonisten zusammenbrauen, kann man schon fast sehen, so perfekt ist dies in Szene gesetzt. Zu den Sprechern bei Titania muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. Das Lob ist üblich und auch hier wird man wieder dem guten Ruf gerecht. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist irgendwie die Musik. Obwohl sie passen sollte, passt sie irgendwie nicht so richtig. Sie schafft es selten der Atmosphäre des Hörspiels gerecht zu werden, geschweige denn, diese zu unterstützen. Schade, die Idee war gut, allerdings wäre die sonst übliche Untermalung hier zielführender gewesen. Allerdings kann dies die ansonsten tadellose Produktion kaum nach unten ziehen. |
|
| Meine Wertung: | + + + + + | |