Das Lied der Sirenen
  Autor: Val McDermid
Bearbeitung: Sven Stricker
  Produktion: der hörverlag 2009
  Regie: Sven Stricker
  Musik: Jan-Peter Pflug
  Länge: 129 Min.
 


Mitwirkende:

Tony Hill: Boris Aljinovic
Carol Jordan: Florentine Lahme

sowieHeikko Deutschmann, Leslie Malton, Bjarne Mädel, Felix von Manteuffel, Andreas Fröhlich, Marie-Lou Sellem, Peter Kaempfe, Anna Carlsson, Stephan Szász, Sebastian Kuschmann u.a.

Inhalt:

Vier Männer werden tot aufgefunden, alle vor ihrer Ermordung auf das Grausamste gefoltert und verstümmelt. Als der Profiler Tony Hill zum Ermittlungsteam von Carol Jordan hinzugezogen wird, muss er sein ganzes psychologisches Können aufbringen, um nicht selbst das nächste Opfer zu werden. 


Bemerkungen:
Nach "Wallander" gibt nun auch  der hörverlag die Vertonung der Romane von ValMcDermid in Sven Strickers bewährte Hände. Eine hörbar gute Wahl, denn die Umsetzung kann man durchweg als gelungen bezeichnen.

Allerdings hat mich die Art der Darstellung schon überrascht. Stricker lässt es bei diesem Thriller eher ruhig angehen. Die Spannung baut sich mehr aus dem Inhalt selbst heraus auf, als dass man es hier nötig hätte, auf eine Tempoverschärfung als Stilmittel zurückzugreifen. Das ist für diesen - doch sehr gängigen - Thrillerstoff schon etwas ungewöhnlich.

Besonders ist diese Geschichte durch deren Hauptfigur Tony Hill, der exzellent von Boris Aljinovic interpretiert wird. Diese Rolle und ihre Charakterisierung bekommt auch in der Umsetzung ein besonderes Gewicht. Meines Erachtens eine richtige Entscheidung, denn ohne dies, würde sich der Thrillerplot kaum von der Vielzahl ähnlicher Geschichten, die sich im Genre tummeln, unterscheiden.

Bei Inszenierungen von Sven Stricker gibt es gerne mal eine Besonderheit bei der Erzählerrolle. Diesmal setzt man auf zwei: Heikko Deutschmann und Leslie Malton lösen diese Aufgabe wirklich gut.
Beim restlichen Sprecherensemble sind viele Stimmen zu hören, die der Regisseur auch sonst gerne mal auftauchen lässt. Warum sollte man auch Bewährtes außen vor lassen? Auch hier überzeugt die Riege durch die Bank. Einzig könnte man vielleicht darüber streiten, ob Florentine Lahme etwas zu jung für die Rolle klingt.

Bei der Soundgestaltung zieht man auch wieder alle Register und schafft perfekte akustische Kulissen der Handlungsorte. Im Zusammenspiel mit den gelungenen Scores von Jan-Peter Pflug ergibt sich ein sehr dichter, aber auch sehr düsterer Hintergrund. 

Letztendlich muss man sagen, dass das Team um Sven Stricker das Beste aus der Geschichte gemacht hat. Diese kann, sieht man mal von der sehr interessanten Hauptfigur ab, ansonsten kaum mit Originalität überzeugen. Viele genretypische Elemente kommen zum Einsatz, so dass man oft den Eindruck hat, das alles irgendwie schon einmal gehört zu haben.   
 
Meine Wertung: + + + 
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