Vorstadtkrokodile - Das Original-Hörspiel zum Film
  Autor: Max von der Grün
Bearbeitung: Martin Nusch
  Produktion: Random House Audio 2009
  Regie: Christian Ditter / Oliver Versch
  Musik: u. a. Apollo 3
  Länge: 85 Min.
 


Mitwirkende:

Martin Baltscheit, Maria Schrader, Ralf Richter, Nick Romeo Reimann, Nora Tschirner, Smudo, Martin Semmelrogge, Fabian Halbig, Leonie Tepe, Manuel Steitz, Javidan Imani, Robin Walter, Nicolas Schinseck, David Hürten, Jacob Matschenz, Axel Stein, Oktay Özdemir

Inhalt:

Der zehnjährige Hannes, der bei seiner alleinerziehenden Mutter aufwächst, will unbedingt von der coolsten Jugendbande im Ort, den "Vorstadtkrokodilen", aufgenommen werden. Bei der notwendigen Mutprobe gerät er in Lebensgefahr. In letzter Minute wird er von Kai gerettet, der auch zur Bande gehören möchte. Kai sitzt jedoch im Rollstuhl und ist für die Kinder nur der "Spasti". Als er einen Einbruch beobachtet, wird er interessant für die Krokodile, denn er ist ihr einziger Zeuge.

„Die Vorstadtkrokodile“ von Max von der Grün gehört zu den Klassikern der Kinderliteratur. Bereits 1977 wurde das Buch verfilmt. Der Erfolgsproduzent Christian Becker („Hui Buh“) hat sich dem Stoff erneut gewidmet und einen aktuellen Film daraus gemacht. Das Hörspiel beinhaltet Originaldialoge aus dem Film.



Bemerkungen: Christian Becker hat ja schon mit "HUi BUH" gezeigt, dass er einen älteren Stoff modern, aber auch so behutsam inszenieren kann, dass selbst eingefleischte Fans mit dem Ergebnis leben können.

Jetzt wagt er sich mit den "Vorstadtkrokodilen" erneut an ein sehr spezielles Projekt. Diesmal allerdings ist das Ergebnis in meinen Augen bestenfalls durchschnittlich.

Die Geschichte von Max von der Grün ist - zum Glück - noch erkennbar enthalten, größtenteils alle Modernisierungen, die man der Vorlage aufsetzt, sind aber misslungen.

Dass hier Namen geändert wurden - wer nennt heute schon seine Kinder noch "Kurt" oder "Olaf" - ist dabei noch zu verschmerzen. Ob man aber mit zusätzlichen, relativ niveaulosen und überflüssigen Actionelementen, die Geschichte aufbauschen muss, wage ich zu bezweifeln.

Die Neuerungen ziehen die gute Vorlage auf ein Niveau von Produktionen wie "Die wilden Kerle" und Co herab. Das kommt vielleicht heute besser beim Publikum an, als der vergleichsweise spröde Charme der bekannten Produktion aus den 70er Jahren, der Geschichte an sich hilft es jedoch nicht.

Man kann sich damit vielleicht rausreden, dass man ja zumindest die ursprünglichen Botschaften unterhaltsamer vermitteln kann, da man mit der alten Version heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann. Das mag sein, aber dafür braucht es keinerlei Albernheiten.

Zudem setzt man hier ohne Not auf einige (heutige) Klischees, die so in der Vorlage nicht vorhanden waren, und die sich hier und da auch gegen diese stellen.

Die technische Umsetzung kann man hingegen nicht beanstanden. Der Inhalt wird gut transportiert. Es gelingt, dieser Produktion recht gut, das typische O-Ton-Gefühl zu vermeiden. "Die Vorstadtkrokodile" lassen schon mal vergessen, dass es sich hier nur um eine Tonspur mit beigemischtem Erzähler handelt. Letzterer ist insofern exzellent eingesetzt und Martin Baltscheit erfüllt diese Rolle auch sehr gut.
Vom Handwerklichen ist diese Hörfassung insofern nicht zu beanstanden.


Aber was nützt eine gelungene Umsetzung, wenn der Inhalt nicht überzeugt. Sicherlich, die ursprüngliche Geschichte, die im Großen und Ganzen ja auch noch vorhanden ist, überzeugt, aber viele kleine Details und Modernisierungen sind einfach unangemessen. Das verleidet mir diese Produktion ganz gehörig und so sehe ich mich nicht in der Lage, eine positive Bewertung abgeben zu können.
Meine Wertung: - -
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