Wallander (7) Bilderrätsel
  nach einer Geschichte von Henning Mankell
  Produktion: der hörverlag 2009
  Bearbeitung und Regie: Sven Stricker
  technische Realisation: Kay Poppe
  Musik: Jan-Peter Pflug
  Länge: 71 Min.
 

Mitwirkende:

Erzähler: Andreas Fröhlich
Wallander: Axel Milberg
Linda Wallander: Ulrike C. Tscharre
Stefan Lindman: Christian Stark
Nyberg: Hannes Hellmann
Robert Thuresson: Stephan Kampwirth
Anita: Brita Subklew
Tom Lyell: Jonathan Guss
Bertil Durell: Robert Missler
Lise: Anna-Maria Kuricová
Anja: Ina Rudolph
Wirt: Marc Wohlgemuth
Angestellte im Hotel / Sarah: Marion Elskis
Taxifahrer: Vladimir Pavic
Putzmann: Martin May
Taucher: Kay Poppe


Inhalt:

In Ystad wird die Leiche einer amerikanischen Touristin gefunden. Sie besuchte den ortsansässigen Starfotograf, der anscheinend mehr als nur ein guter Freund war. Als der Witwer jedoch die Überführung der Leiche in die USA anfordert wird bald klar, dass es sich um einen komplizierten Mordfall handelt, dessen Spuren weit über die Landesgrenzen hinaus führen.

Bemerkungen:
"Wallander" ist derzeit die beste aktuelle Hörspiel-Krimiserie. Weder im Handel, noch im Radio werden derzeit so konstant qualitativ hochwertige - und vor allem ansprechende und spannende - Produktionen in Reihe vorgelegt.

Dabei sind bislang drei Aspekte maßgebend: Die von Mankell erfundende Figur und Rahmenszenerie, die Drehbücher der gleichnamigen Fernsehserie und deren Bearbeitung und Inszenierung durch das Team um Sven Stricker. Bislang gab keiner dieser Punkte Grund zur Klage, lediglich der zweite, bei dem ja der eigentliche Krimiplot entsteht, schwankte zwischen solide und sehr gut.

Mit "Bilderrätsel" fällt dieser Punkt in einen Bereich, der deutlich unter der gewohnten Güte liegt. Ola Saltin, die mit "Eiskalt wie der Tod" schon eine solide Episode vorgelegt hatte, scheint hier ziemlich von der Rolle gewesen zu sein. Das, was hier als Krimiplot verkauft wird, ist mehr ein Puzzle, bei dem die Teile kaum zusammenpassen wollen und somit eine daraus resultierende Lösung des Falles nicht möglich ist. Stattdessen nimmt man sich einem Behelfsmotiv an, das auf die Spuren, die den Plot interessant machen sollen, letztlich nicht eingeht.

Da hilft es auch nur bedingt, dass die Inszenierung sich hier keine Blöße gibt und die Geschichte in das gewohnt kühle und düstere Bild einzubinden weiß. Die Art, wie hier die Sprecher agieren, die tolle Stimmung, die die Musik verbreitet, die sehr plastischen Kulissen, all das stimmt hier ebenso, wie in den vorherigen Folgen. Das akustische Gesamtkonzept ist erstklassig und transportiert ein glaubhaftes Bild der Reihe "Wallander".

Aber auch der tollste Fassade kann nicht dauerhaft verbergen, dass nicht viel dahinter ist. Schade, denn diese tolle Inszenierung hätte sicherlich einen besseren Krimiplot verdient. So aber markiert "Bilderrätsel" erstmal die untere Qualitätslinie der Reihe.
 
   
Meine Wertung: + / -

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