| Wie der Soldat das Grammofon repariert |
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Autor: |
Sasa Stanisic |
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Produktion: |
BR / Random House Audio 2006 |
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Regie: |
Leonhard Koppelmann |
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Bearbeitung: |
Sasa Stanisic, Leonhard Koppelmann |
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Musik: |
Merima kljuco |
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Länge: |
78 Min. |
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Mitwirkende: |
Maximilian von Pufendorf, Lukas Schreiber, Tina Engel, Ernst August Schepmann,
Christa Strobel, Caroline Schreiber, Karlheinz Tafel, Wolfgang Rüter, Frauke
Poolman, Senad Tanovic, Hansjoachim Krietsch, Horst Mendroch, Bodo Primus, Bernd
Kuschmann, Andreas Grothgar, Götz Argus, Lisa Sommerfeldt, Luci Kurt, Zoe
Agathos, Max Unützer |
Inhalt: |
Aleksandar wächst als Einzelkind in Visegrad, einem kleinen Dorf in Bosnien,
auf. Er malt unfertige Gebäude, lernt Lexika auswendig und kann ganze Passagen
aus dem Kapital aufsagen, worauf sein Großvater - ein leidenschaftlicher Marxist
- besonders stolz ist. Sein größtes Talent aber ist das Geschichtenerzählen.
Immer wieder treibt er seinen Lehrer in den Wahnsinn, weil er sich nicht an das
Thema für den Erlebnisaufsatz hält. Doch der Beginn des Bürgerkriegs 1992 ist
ein Ereignis, das so brutal und unwahrscheinlich ist, dass es für andere
Geschichten kaum Platz lässt. Mal mit schlichter Ehrlichkeit aus der Sicht des
Kindes, mal sprachmächtig und distanziert aus der Sicht des jungen Erwachsenen,
der inzwischen mit seinen Eltern in den Westen geflohen ist, beschreibt Stanisic
die Erlebnisse seines Protagonisten und Alter Egos Aleksandar: das Aufwachsen in
einer rohen, aber intakten Welt, der gewaltsame Verlust dieser Welt, nachdem die
Paramilitärs - "Bräutigame mit Bart, oben Tarnjacke, unten Trainingshose" - mit
Schusssalven feiern, "die Stadt zur Braut genommen zu haben".
Seine Fantasie
kann Aleksandar nur bedingt vor dem Verlust der Heimat schützen und irgendwann
will er Klarheit darüber, was sich wirklich ereignet hat, was erfunden und was
verschwiegen worden ist: war er wirklich ein ehrgeiziger Pionier, der
Karl-Marx-Strichmännchen gezeichnet hat, wie seine Oma behauptet? Oder war es
eben doch nur Omar Sharif, wie er sich erinnert? Und warum palavert seine
Familie über alles Mögliche, aber wird stumm, wenn es darum geht, was Onkel Miki
während des Krieges getan hat? |
Bemerkungen: |
Sasa Stanisic richtet in seinem Debüt "Wie der Soldat das Grammofon repariert"
einen ungewöhnlichen Blick auf den Krieg in Bosnien, die Flucht nach Deutschland
und auch die Rückkehr und Suche nach Vergangenem. Die fantasievollen Bilder des
Romans hat Leonard Koppelmann recht eindrucksvoll fürs Ohr
transportiert.
Ein sehr gut agierendes Sprechercast und ein stets
passendes Sounddesign sorgen für ein sehr plastisches Bild der geschilderten
Ereignisse.
Leider bleibt bei dem engen zeitlichen Rahmen einige Aspekte
des Romans auf der Strecke, dennoch bleibt das Wesentlich erhalten und wirkt
gleichermaßen.
Ein Wechselbad der Gefühle, ein Hin und Her zwischen
Tragik und Komik - ein Hörspiel, dass vielleicht an der großen Masse vorbeigehen
wird, aber den, der sich darauf einlässt, berühren wird. |
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