WILLY MILLOWITSCH
Die Hörspiele
Vier klassische Hörspiele des WDR
  Autor: Diverse
  Produktion: WDR / Random House Audio 2009
  Regie: Diverse
  Länge: ca. 280 Min.
 


Inhalt:

Der Glückskandidat (1954)

Im Mittelpunkt dieser Komödie steht der Kanzlist Brinkmann, der einem Scherz seiner Kollegen die Nachricht von einer Millionenerbschaft verdankt. Das Stück geht der Frage nach, ob der plötzlich erfüllte Wunsch vom Reichtum einen Menschen verändern kann.

Mit Hans Müller-Westernhagen (Kaspar Brinkmann); Lotte Koch (Sophie, seine Frau); Ingeborg Schlegel (Mariechen seine Tochter); Wilhelm Pilgram (Bürgermeister); Werner Hessenland (Pingeler, Kanzleivorsteher); Willy Millowitsch (Hadernack, Kanzlist); Franz Schneider (Kanzlist); Ludwig Thiesen (Kamps, Kanzlist); Hans Müller-Schlösser (Der alte Grapsch); Hermann Pfeiffer (Schnäbbel, Geschäftsinhaber); Michael Pfeiffer (Ein Zapfjunge); Karl Brückel (Der Stadtdiener); Frank Barufski (Ein Briefträger)

 

Die drei Könige werden gestohlen (1950)

Kurzhörspiel aus der Reihe "Kleine Blätter aus der Kölner Chronik". Erzählt wird die Geschichte der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom.

Mit Hans Fuchs, Martha Kallinich, Fritzleo Liertz, Carla Neizel, Kurt Pit Müller, Ingeborg Schlegel, Frank Barufski, Paul Bergmann, Rudolf Böhme, Karl Otte Breddermann, PEter Esser, Willy Millowitsch, Hermann Pfeiffer Leopold Reinecke, Klaus Rohr, Franz Schneider
 

Watt litt uns an zehntausend Daler? (1958)

Frau Schmitz und Tante Kristin hoffen auf das große Los, nachdem eine Wahrsagerin ihnen Glück vorhersagte. Als ihre Losnummer tatsächlich in der Zeitung steht, fahren sie in einer Kutsche zum Lotterie-Einnehmer. Doch man hat ihnen einen Streich gespielt - enttäuscht müssen sie den Heimweg zu Fuß antreten.

Mit Maria Krahn (Frau Schmitz); Willy Millowitsch (Herr Schmitz); Elsa Faure (Tochter Julchen); Hans-Hendrik Delow (Sohn Männi); Carla Neizel (De Tant Kristin); Ulli Engel-Hark (Et Marie, Mädchen bei Schmitzens); Karl Raaf (Ne Kutscher); Friedl Münzer (En Zigeunerin); Frank Barufski (Ne Lotterieeinnehmer); Hans Fuchs (Orgelmännche); Ursula Feldhege (Verkäuferin); Reta Rena (Verkäuferin); Fritzleo Liertz (Verkäufer)

 

Et fussig Julche   (1978)

„Et fussig Julche“ gehörte für Jahrzehnte zum festen Repertoire des Millowitsch-Theaters. In der Fassung von Willy Millowitsch Senior, unter der Regie von Willy Millowitsch am Theater aufgeführt und für das Hörspiel mitgeschnitten, erzählt es die Geschichte des rothaarigen (fussig) Wäschermädchens Julchen, die sich für etwas Besseres hält und zum Adel gehören möchte. Darunter leidet – natürlich – die Liebe. Die Volkskomödie aus dem 19. Jahrhundert kommt richtig in Schwung, als Prinzessin Melanie auftaucht und es dem Julchen tatsächlich erlaubt, einen Tag lang in ihre Rolle zu schlüpfen…

Mit Willy Millowitsch (Anton Roeb), Barbie Steinhaus (Julchen), Peter Millowitsch (Hans Knoll, Hänneschen, fürstlicher Jäger), Gela Gotthard (Prinzessin Melanie), Elsa Scholten (die Hofmarschallin) u.v.a. 

 

Kittnepping (1991)

Metzgermeister Breuer ist wohlhabend, aber ein Knauser. Seine Frau und sein Sohn fühlen sich zu Höherem geboren. Seit der Sohn Kunstgeschichte studiert, hat seine Mutter ihre Liebe zu Antiquitäten entdeckt. Als beide für eine Bildungsreise nach Paris von Breuer Geld erbitten, erhalten sie eine Absage. Eines Tages kommt Frau Breuer vom Einkaufen nicht zurück, und Breuer erhält eine Lösegeldforderung über 100.000 Mark. Kommissar Klötsch und seine Mitarbeiter beginnen mit den Ermittlungen und zapfen Breuers Telefon an. Als der Entführer anruft, um die Übergabe zu vereinbaren, erwidert Breuer, zur Überraschung aller: "Ming Frau, die künnt Ehr behalde"…

Mit Josef Meinertzhagen (Klötsch); Karl-Heinz Hillebrand (Knoll); Kalle Pohl (Latz); Tina Graf (Sylvia); Willy Millowitsch (Leo Breuer); Annelie Jansen (Sabine B.); Elmar Nettekoven (Schang); Ludwig Hansmann (El Greco); Angelika Steinborn (Züff); Fritz Kautz (Luschkie); Marga Maria Werny (Oma); Dodo Mewes (Finche); Christl Philippsen (Kundin 1); Anna Klinkenberg (Kundin 2); Gerda-Maria Dorff (Kundin 3); Roberto Eftimiadis (Wirt); Adele Haupt; Elsa Kirsten; Andreas Fritsch; John Velhage


Bemerkungen: Thomas Krüger, Kopf hinter "Schall-und-Wahn" bringt immer wieder hörenswerte Hörspiele aus den Radioarchiven ans Licht. Diesmal hat er sich mit dem Radiowerken des Kölner Volksschauspielers Willy Millowitsch gewidmet und bringt zu dessen 100. Geburtstag eine Zusammenstellung von Hörspielen, ergänzt um einen Bühnenmitschnitt und ein Interview, bei Random House Audio auf den Markt.

Auch wenn Millowitsch nicht überall die Hauptrolle spielt, der Stil von "Der Glückskandidat", "Watt litt uns an zehntausend Daler", "Et fussig Julche" und "Kittnepping" dürfte insbesondere die Freunde der volkstümlichen Kommödie ansprechen. Natürlich muss man auch (mal mehr, mal weniger) ein Ohr für den Kölschen Dialekt haben, denn hier tun sich zum Teil schon ordentliche Sprachbarrieren auf. Allerdings werden gerade die älteren Stücke etwas gemächlicher dargeboten, so dass es trotz deutlicher Sprachfärbung auch jenseits des Rheins noch einigermaßen verstanden werden kann.

Interessant ist auch das - leider kurze - Interview mit Willy Millowitsch, in dem man einiges über dessen Anfänge hören kann. Ungewöhnlich fand ich allerdings die herablassende Art des Reporters.

Als kleines Füllmaterial dient abschließend die Geschichte "Die drei Könige werden gestohlen", in der Millowitsch allerdings nur eine verschwindend kleine Nebenrolle innehat.

Neben Millowitsch agieren viele andere bekannte Schauspieler, die nicht alle zwingend aus dem Volkstheater stammen. So gibt es eines der seltenen Hörerlebnisse mit Hans Müller-Westernhagen, dem Vater von Marius Müller-Westernhagen oder auch Kalle Pohl, aber auch mit den Ensembleschauspielern, allen voran Peter Millowitsch.

Eine Box, die sich - natürlich - an Fans des großen Volksschauspielers richtet, mich aber auch - obwohl ich diesem Lager nicht angehörig bin - sehr gut unterhalten hat. Ein interessanter Querschnitt durch Millowitschs Radioarbeiten, die deutlich zu schade sind, um im Archiv zu verstauben.
   
Meine Wertung: + + +
Zurück zur Übersicht