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Mord am Hindukusch

Kriminalhörspiel - ein Hörspiel von Holger Siemann, WDR 2013


⏰ 51 Min.

🎬 Regie: Annette Kurth

🎤 Mit: Wintrup: Andreas Pietschmann
Robert: Torben Kessler
Oberst Brunner: Oliver Stokowski
Fritz: Marlon Kittel
Julia: Janina Sachau
Ärztin: Tanja Schleiff
Chemiker: Thomas Lang
Fahrer: Dustin Semmelrogge
Arzt: Philipp Schepmann
Professor: Volker Lippmann

Torben Kessler und Andreas Pietschmann - Bild: WDR/Fahri Sarimese
Staatsanwalt Johannes Wintrup soll die näheren Umstände aufklären, die zum Selbstmord eines deutschen Soldaten in Afghanistan geführt haben. Patrick Koslowski alias "Omme" war ein erfolgreicher Boxer, der wegen Beleidigung eines Funktionärs aus dem Olympiakader geflogen war und sich daraufhin in einer von den Medien viel beachteten Aktion als Freiwilliger für den Afghanistan-Einsatz gemeldet hatte. Drei Kameraden waren bei dem Einsatz dabei, in dem es darum ging, "havarierte" Technik zu bergen. Die Obduktion der Leiche ergibt, dass Koslowski von einer Handgranate am Oberschenkel getroffen wurde und verblutete – Wintrup zweifelt an der Selbstmordthese, aber er findet keine beweiskräftigen Spuren. Bis er auf einen Professor trifft, der für das Kampfroboter-Projekt "ARVis" zuständig ist.

Holger Siemann, geboren 1962 in Leipzig, studierte Philosophie in Berlin und arbeitete in verschiedenen Berufen, u. v. a. als Offizier. Er schreibt Prosa, Drehbücher, Features und Hörspiele. Der wdr sendete zuletzt sein Hörspiel "Puntland" (2012).

hoerspielTIPPs.net:
«Ein ungewöhnlicher Fall für Staatsanwalt Johannes Wintrup: Er soll den Tod an einem prominentem Soldaten in Afghanistan untersuchen. Patrick Koslowski, genannt "Omme", war ein erfolgreicher Boxer, der sich nach seinem abrupten Karriereende als Freiwilliger an die Front am Hindukusch gemeldet hat. Dort starb er bei einem Einsatz durch eine Handgranate. Der Fall wird als Selbstmord deklariert, Wintrup hat aber Zweifel. Er fliegt nach Afghanistan. Dort wird schnell klar, dass er und seine Nachfragen hier nicht gerade erwünscht sind. Hinter dem Einsatz, der zum Tod Koslowskis führte, steckt doch offenbar mehr...

"Mord am Hindukusch" ist ein durchaus spannender Krimi mit solidem Hintergrund. Das enge Format und spezielle Thema bedingen natürlich eine nicht unerhebliche Menge an Klischees. Die Bundeswehr als geschlossene, unberührbare und unüberwindliche Instanz, der fragwürdige Einsatz und die ebenso fragwürdigen eingesetzten Mittel wirken fast zu gewollt. Allerdings haben diese Klischees ihren realen Hintergrund und so kann man diese Geschichte fast gar nicht anders erzählen, ohne unglaubwürdig zu werden.

Es ist interessant, wie es dem WDR immer wieder gelingt, mit seinen Hörspielen so aktuell zu sein. Trotz des immensen zeitlichen Vorlauf einer solchen Produktion, schafft man es, pünktlich zur Diskussion um den fragwürdigen Einsatz autark agierender technischer Waffensysteme, ein passendes Hörspiel zu liefern.

Die Inszenierung ist entsprechend dem Genre temporeich. Das Stück wird aus der Perspektive des Protagonisten erzählt. Andreas Pietschmann gelingt der Spagat zwischen erzählender und spielender Rolle gut, er trägt damit auch gleichzeitig den Großteil der schauspielerischen Arbeit des Stückes. Übrig bleiben nur Nebenrollen, die aber durch die Bank gut besetzt sind.

"Mord am Hindukusch" ist ein hörenswerter Thriller mit dem nötigen Anteil an Verschwörungstheorien, aber auch mit einem - bauartbedingtem - hohen Anteil an Klischees.»


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