Logo

hoerspieltipps.net


Diese Seite benötigt zum Aufbau technische Cookies. Infos dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Täglich Brot

Hörspielbearbeitung - ein Hörspiel von Gesine Dankwart, DLRB 2002


⏰ 55 Min.

🎬 Regie: Beate Andres

Technische Realisierung: Martin Eichberg, Hermann Leppich

🎼 Musik: Thomas Goebel

🎤 Mit: Claudia Mischke, Kathrin Angerer, Liv-Juliane Barine, Jens Wachholz, Götz Schulte

Ein ganz normaler Tag beginnt: Der Blick in den Spiegel zeigt nicht das Guten-Morgen-Gewinnergesicht, die Strumpfhose ohne Laufmasche ist nicht zu finden, und der Idiot von Nachbar hat seine Gute-Laune-Musik wieder zum Mitsingen laut aufgedreht.
Fünf Männer und Frauen erzählen aus ihrem Alltag. Sie sind um die dreißig, egozentrisch, sich selbst entfremdet, einsam - und immer auf der Suche nach dem Leben. Sie sind mehr oder weniger gut funktionierende Mitglieder einer auf Leistung getrimmten Gesellschaft. Stehen unter dem Druck, ein Maximum an Schönheit, Genuss, Erfolg und Einzigartigkeit aus dem eigenen Leben herauszupressen. Dafür leisten sie sich die ´Ich-gönn-mir-wirklich-etwas-Creme´ oder stürzen sich in kompliziert verdrehte Beziehungsgeschichten.

Hörspiel des Monats August 2002 - Begründung der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste:
´´Arbeit macht Spaß. Diese Arbeit macht Spaß. Sonst würde ich sie ja nicht machen.´ Modernen Angestellten ist das Vokabular der New Economy in Fleisch und Blut übergegangen. Worte wie ´Teamfähigkeit´, ´Kreativität´ und ´Humankapital´ gehen ihnen aber nur so lange flüssig über die Lippen, wie sie die jeweilige Lebenssituation nicht einfach beschreiben, sondern vielmehr überdecken. Mit der Zeit gelingt dies nicht mehr, die Stereotype werden korrumpiert. Die Sprache beginnt ein Eigenleben und die abgenutzten Klischees geben preis, was unter der polierten Oberfläche eines wortgewandten ´positiven Denkens´ liegt: Angst und Einsamkeit.
Gesine Danckwart hat diesen Abnutzungsprozess sehr genau beobachtet und zu teils witzigen und ironischen, teils aber auch sehr ernsten Sprachfragmenten zusammengesetzt und fünf Figuren erschaffen, die zwischen der morgendlichen Furcht vor dem Tag und der abendlichen Verzweiflung vor dem Fernseher lässige Sprüche klopfen und hemmungslos heulen dürfen.
Die Regisseurin Beate Andres inszeniert die fünf Monologe in einer klaustrophobischen Welt: Jeder redet für sich, Gespräche oder Kontakte gibt es nicht. Der Soundtrack von Thomas Laboeg - hallendes Türenschlagen, verzerrte Umweltatmos und ein durchgehendes Blubbergeräusch - verdichtet die Atmosphäre von Eingeschlossensein und Isolation als Lebenszustand der Figuren.´


🔥 Hörspiel des Monats August 2002

Ursendung: 19.08.2002


...





Unterstützen Sie hoerspieltipps.net.
Haben Sie einen Fehler auf dieser Seite gefunden? Haben Sie Anmerkungen, Änderungswünsche zur dieser Präsentation des Hörspiels?
Schicken Sie mir eine Mail mit einem kurzen Hinweis. Vielen Dank!