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Büchners Bote

ein Hörspiel von Hermann Kretzschmar, hr - SWR 2013


⏰ 53 Min.

🎬 Regie: Hermann Kretzschmar

🎼 Musik: Hermann Kretzschmar

🎤 Mit: Jens Harzer, Werner Wölbern, Wolfram Koch

""Mein Hörstück ist eine sprachlich-musikalische Aneignung von Georg Büchners ´Der Hessische Landbote´. Eingearbeitet werden Zitate aus dem ´Fatalismusbrief´ Büchners von 1834, geschrieben kurz vor der Veröffentlichung des ´Hessischen Landboten´ sowie Wilhelm Müllers Gedicht ´Der Wegweiser´ aus Schuberts ´Winterreise´, Passagen aus dem, den Gestus des Pamphlets aufgreifenden, politischen Essay ´Der Kommende Aufstand´ von 2007 und aus Henry David Thoreaus Essay ´Über die Pflicht zum Ungehorsam gegenüber dem Staat´ von 1849. Den zentralen musikalischen Fokus bildet ein Blechbläserquartett, das einerseits die Welt des Volksaufstandes mit marschähnlichen Stücken evoziert, andererseits Schuberts Lied als eine Art Kassiber der damaligen Zeit weiterträgt. So wird plötzlich die Schubertsche Liedbegleitung einem Gesang unterdrückter amerikanischer Sepharden unterlegt aus der Public Library New York. Den Text eignen sich die Schauspieler auf spielerische Weise an, gesungen oder im Stil der Rezitation von Werken der Konkreten Poesie. Meine Arbeit verweist auf AgitProp-Lehrstücke aus den 20er Jahren, aber nur als eine von vielen Verfahrensweisen der Textübertragung, um aus der Distanz und im Zitat den Text zu ironisieren, zu brechen oder zu verstärken – je nachdem, ob er biblische Thematik bemüht, serielle Auflistungen von Zahlen über Staatsausgaben transportiert, geschichtliche Rückschauen und nationale Vergleiche anstellt oder gar die Dringlichkeit eines Volksaufstandes fordert. Eigentlich kein primär literarischer Text, wurde "Der Hessische Landbote" mehrfach überarbeitet. Ich folge der ersten Druckfassung. Bei der Lektüre fiel mir vor allem die rhythmische Struktur auf, die nachher für die Musik und ihre Großform bestimmend war. Dabei stellte ich mir die Fragen: Sind heute noch gesellschaftliche Zustände wie im Landboten beschrieben existent? Ist dieses Stück noch aktuell nach einer seitdem fast 180jährigen Emanzipationsgeschichte gegenüber Staat und Obrigkeit? Kann der Text heute mehr sein als nur historisches Dokument des Vormärz?" (Hermann Kretzschmar)"

Hermann Kretzschmar geboren 1958 in Hannover, lebt als Pianist des Ensemble Modern in Frankfurt am Main. Daneben eigene Kompositionen und seit 2002 eigene Hörstücke, u. v. a. "Strahlungen. Nach Ernst Jünger" (2004), "Kuno Kohns Capriccios. Nach Alfred Lichtenstein" (2011)


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