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Paradies

ein Hörspiel von A. L. Kennedy, mdr / NDR 2008


⏰ 73 Min.

🎬 Regie: Irene Schuck

🛠 Bearbeitung: Irene Schuck

🎤 Mit: Hannah: Inga Busch
Robert: Matthias Brandt
Fusselkopf, Gregory: Sven Plate
Mutter: Elke Domhardt
Vater: Thomas Just
Quäkerbart: Thomas Just
Pfleger / Christ 1 / Christ 2: Andreas Keller
Tom, Leichenwäscher 2: Henning Peker
Mr. Hitt, Matt: Berndt Stübner
Ehefrau: Conny Wolter
Schaffner: Gerald Schaale
u. v. a.

Hannah Luckraft ist Schottin, sechsunddreißig, kinderlos und - wie sie es sieht - eine kühne und begnadete Alkoholikerin. Als sie den Zahnarzt Robert Gardener kennenlernt, verheiratet, eine Tochter, und ebenfalls Trinker, experimentieren sie zwar mit Abstinenzphasen, doch ohne die Weihen der Spirituosen verliert das Leben jeden Glanz. Um dem Krankenhaus zu entgehen - sie ist gefallen und hat sich das Gesicht aufgeschlagen -, sucht Hannah Unterschlupf in der Familie ihres Bruders, der Arzt ist. Er bringt sie zur Entziehung in die Clear Spring Clinic im Westen Kanadas. Nach acht Tagen scheinbar gutwilligen Patientendaseins, gelingt es ihr, sich Geld zu beschaffen und zu fliehen. Sie kehrt auf dem Umweg über Budapest nach London zurück. Die Gegenwartshandlung setzt ein, als sie im Frühstücksraum eines schäbigen Hotels versucht, die Orientierung zurückzugewinnen: Das Benehmen eines der Gäste lässt darauf schließen, dass sie letzte Nacht mit ihm geschlafen hat. Anhaltspunkte dafür, wer der Mensch sein könnte, mit dessen Kreditkarte sie bezahlt, hat sie allerdings keine. Und trotzdem: Immerhin trinkt sie den Whiskey aus dem Zahnputzbecher und nicht aus der Flasche. In ihrer Lieblingsbar begegnet sie Robert wieder, der ihr vorwirft, plötzlich verschwunden zu sein, und die Beziehung beenden und zu seiner Familie zurückkehren will. Mehrere verzweifelte Anläufe, Robert zurückzugewinnen, schlagen fehl, bis sie zu der Überzeugung gelangt, Robert sei zum Entzug in ihrer alten Klinik in Kanada. Sie verhökert ihren spärlichen Besitz und macht sich auf die Reise zu ihm. Im Panorama-Wagen des Trans-Canada-Express auf dem Weg von Montreal nach Westen findet sie endgültig nicht mehr in die Wirklichkeit zurück, bis sie in der Clear Spring Clinic wieder zu Bewusstsein kommt. Sie ist wieder da, oder immer noch. Immer ist sie sich wie im Paradies vorgekommen, wenn sie durch eine pittoreske Landschaft fuhr, die Haut ihres Geliebten spürte oder den Whiskey auf ihrer Zunge. Doch nie war dieser Zustand von Dauer, kaum zusammengesetzt voller Phantasie und Intelligenz, zerspringt das Bild wieder in tausend Splitter. Das Paradies und die Hölle, Glück und Verzweiflung liegen zu dicht beieinander.

A.L. Kennedy, geboren 1965 im schottischen Dundee, gehört zu den meistbeachteten Gegenwartsautorinnen in Großbritannien und gewann mehrere Preise. Sie lebt als Autorin, Filmemacherin und Dramatikerin in Glasgow. Auf Deutsch erschienen vor ihrem letzten Buch "Paradies" zwei Erzählungsbände und die Romane "Gleißendes Glück", "Alles was du brauchst" und "Also bin ich froh".

hoerspielTIPPs.net:
«""Paradies" ist sicherlich nicht kein Hörspiel, das direkt den Weg ins Ohr findet. Sehr sperrig präsentiert sich diese Geschichte, die in dieser Form eine ziemlich gute Beschreibung einer Alkoholsucht abliefert. A. L. Kennedy erzählt diese Geschichte mit den vielen Höhen und Tiefen, die die Protagonisten durchmachen, sehr glaubhaft und bindet den Hörer gut in deren Welt ein.

Irene Schuck hat die Vorlage nicht nur bearbeitet, sondern auch sehr adäquat inszeniert. Die Form setzt sich hier fort, auch die Darstellung gibt sich etwas verwirrend. Hauptsächlich getragen wird die Geschichte von Inga Busch, die die Protagonistin Hannah spricht. Auch diese Figur ist nur wenig greifbar und stark geprägt von der Zerrissenheit, dem ewigen Auf- und Ab in der Sucht und damit auch in ihrem Leben. Inga Busch spielt dies sehr gut, wenngleich die so gewonnene Authentizität sich etwas gegen die Prägnanz der Rolle stellt, Es gelingt ihr nur bedingt, den Hörer zu binden.

Die sonstigen Charaktere bleiben deutlicher im Hintergrund, einzig Matthias Brandt kann in der Rolle des Robert einige Akzente setzen. Aber auch er muss diesem ebenfalls etwas diffus bleibenden Charakter Tribut zolllen.

"Paradies" ist ein sehr stimmiges Hörspiel, dass sehr authentisch wirkt und den Hörer, der sich auf diese Geschichte einlassen kann, sehr bewegt."»

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