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Fisch - nach einer "Farce für den Film"

Hörspielbearbeitung - ein von Ingmar Bergman, SWR 2008


⏰ 84 Min.

🎬 Regie: Kai Grehn

Übersetzung: Renate Bleibtreu

Dramaturgie: Frank Halbig

Technische Realisierung: Daniel Senger, Sonja Röder

Regieassistenz: Nicole Paulsen

🛠 Bearbeitung: Kai Grehn

🎼 Musik: Tilman Fürstenau, Kai-Uwe Kohlschmidt

Dagmar Manzel und Andreas Schmidt - Bild: SWR/Monika Maier
Bei der Sichtung alter Manuskripte tauchte er plötzlich auf: "Der Fisch. Farce für den Film". Bergman hatte das nie realisierte Drehbuch bereits vergessen. Während der Lektüre seines verschollenen Werkes kehrt die Erinnerung an seine damalige Situation zurück: Spätherbst 1950 - um Bergman war es nicht zum Besten bestellt. Zwei Ehen hatte der 32-jährige bereits hinter sich und schickte sich an, die dritte einzugehen. Vom Frisieren fremder Drehbücher ließen sich die Unterhaltszahlungen an seine ehemaligen Ehefrauen kaum bestreiten. Als ein Produzent an ihn herantrat und Bergman riet, mal "was Lustiges" zu schreiben, entstand im Eiltempo von nur einer Woche "Der Fisch. Farce für den Film". Protagonist der Handlung ist der Filmpionier Joakim Nakens. Neben der Arbeit an seinen komischen Stummfilmproduktionen treibt ihn vor allem eins um: die Furcht, seine Ehefrau Anne könne ihn hintergehen. Als ihm ein riesenhafter und hässlicher Fisch drei Wünsche freistellt, gerät sein Leben endgültig zur Farce. Seine existenzielle Verzweiflung geht über in die schreckliche Komik eines Slapstickfilms, der aus Joakims eigenem kinematographischen Fundus entnommen sein könnte.

Ingmar Bergman (1918-2007), geboren in Uppsala, war einer der bedeutendsten Filmemacher und Regisseure des 20. Jahrhunderts. Schon als Kind inszenierte der streng puritanisch erzogene Bergman im Keller seines Elternhauses eigene Theaterstücke. Seine Leidenschaft galt Film und Theater gleichermaßen. Wegen finanzieller Engpässe musste er sein Studium der Kultur- und Literaturwissenschaften jedoch vorzeitig beenden. Danach arbeitete er zunächst an mehreren schwedischen Theaterhäusern und als Drehbuchautor bei Svensk Filmindustri. Der Durchbruch als Regisseur gelang ihm mit dem Film "Das Lächeln einer Sommernacht", der 1956 bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Bergmans Markenzeichen wurden philosophisch anspruchsvolle und psychologisch präzise Dramen, wie "Wilde Erdbeeren", "Szenen einer Ehe" oder "Fanny und Alexander". Seine Filme wurden mit über 50 Preisen ausgezeichnet, darunter drei Oscars. Anerkennung und Ruhm betrachtete Bergman Zeit seines Lebens aber immer skeptisch - so weigerte er sich 1997 an der Ehrung als "bester Filmregisseur aller Zeiten" bei den Filmfestspielen von Cannes teilzunehmen.

hoerspielTIPPs.net:
«Ein Drehbuch Ingmar Bergmanns, das nie den Weg zur filmischen Verwertung fand, bildet die Grundlage dieser Produktion. Bergmann lässt hier seinen Held Joakim allerlei Schicksalsschläge erleiden, die auch nicht weniger werden, als ihm der Fisch mit seinen drei Wünschen über den Weg läuft. Eine Spirale des Ungemachs entwickelt sich und treibt unaufhaltsam einem bösen Ende zu.Natürlich springt die Geschichte von einer reelen Idee in eine phantastische Ebene, vergisst aber dabei nicht, den Hörer mit viel (schwarzem) Humor zu versorgen.

Allerdings steht einer insgesamt guten Unterhaltung die leicht spröde Umsetzung ein wenig im Wege. Zwar schwingt das Flair der Stummfilmzeit hier gut mit, allerdings ist die Erzählweise ein wenig trocken und ermüdet über die lange Spielzeit doch hier und da das Ohr.

So sollte man schon ein gewisses Faible für die Thematik mitbringen und sich an einer etwas weniger zugänglichen Umsetzung nicht wirklich stören. Wer sich darauf einlassen kann, der wird hier gut unterhalten.»

Ursendung: 15.08.2008


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