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Das Evangelium nach Jesus Christus

ein Hörspiel von José Saramago, NDR 2007


Der portugiesische Nobelpreisträger erzählt die Geschehnisse des Neuen Testaments auf spannende Weise als eine Art Reportagebericht über das Leben Jesu. Darin lässt er Jesus - wie auch Gott und den Teufel - selbst zu Wort kommen. Jesus erscheint als Suchender und zugleich sündiger Mensch, der erst schrittweise seine göttliche Bestimmung erfährt. Er trägt die Schuld seines Vaters Josef mit sich, der, um seinen Sohn zu retten, die Einwohner Bethlehems nicht vor der bevorstehenden Ermordung ihrer Kinder gewarnt hat. Ein Hirte, identisch mit dem Engel der Offenbarung und zugleich dem Teufel, wird zur Schlüsselfigur, Jesus seiner Bestimmung zuzuführen. Der Menschensohn erscheint nur als Teil von Gottes Plan, seine Macht zu erhalten, die er durch die mangelnde Gläubigkeit seines Volkes bedroht sieht. Dafür benötigt Gott einen Märtyrer. Erst am Kreuz und in dem abgewandelten Ruf gipfelnd ´Menschen, vergebt ihm, denn er weiß nicht, was er getan hat´, erkennt Jesus die ihm zugedachte Rolle. Saramago stellte in seinem 1991 erschienenen und im katholischen Portugal heftig umstrittenen Roman das Evangelium in einen religionskritischen Diskurs, der gegenwärtig hochaktuell erscheint.

hoerspielTIPPs.net:
«Krogmanns Hörspiel nach der Romanvorlage Samarago erzählt die Geschichte Jesu auf eine recht transparente Art. Die Möglichkeiten des Hörspiels, eine Geschichte in Dialogen zu erzählen, nutzt man und bringt so das Thema recht anschaulich herüber. Allerdings sollte man hier nicht erwarten, dass man hier nur Bekanntes zu Ohren bekommt. Denn hier setzt man zum einen ganz andere Akzente in der Erzählung und deutet Dinge und Charaktere zum Teil frappierend um. Eine geballte Ladung Religionskritik folgt, allerdings ohne den Glauben zu leugnen, Samarago resp. Krogmann stellen es nur anders - und vor allem interessant dar.

Zwar brillieren hier viele großartige Sprecher von Boysen über Mendel bis hin zu Wölbern, herausheben möchte ich jedoch einen, der mich besonders überzeugt hat: Jens Wawrczeck Er spielt eben nicht die Figur des Jesus, so wie man sie sich landläufig vorstellt, sondern fügt sich ganz in den Charakter des Skriptes ein - eine schwierige Aufgabe, die er hier erstklassig zu lösen weiß.

Aber auch ansonsten kann sich Krogmanns Umsetzung sehen lassen. Zwar ist sie in den Kulissen nicht so stark, da der Fokus eindeutig auf dem Text liegt. Dennoch überzeugt das Zusammenspiel zwischen Skript und Umsetzung.


Ein interessantes Hörspiel, das dem Hörer einen interessanten Standpunkt zum Titelthema unterbreitet und sicherlich Anlass für Diskussionen bieten dürfte.
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