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Der letzte Sommer

Hörspielbearbeitung - ein Hörspiel von Ricarda Huch, hr 1955


Im Jahre 1909 schrieb die Dichterin Ricarda Huch die Briefnovelle "Der letzte Sommer", die in russischen Revolutionskreisen spielt. - Ein Student soll und will ein Exempel statuieren: ein Reaktionär, einer der mächtigsten Männer im zaristischen Reich, soll fallen. Um sich zu schützen, engagiert der Mächtige - blinder Zufall? - ausgerechnet den jungen Mann, der ihn beseitigen soll. Der aber lernt sein in Aussicht genommenes Opfer achten, wie umgekehrt auch der Bedrohte seinen voraussichtlichen Mörder achten und lieben lernt. Trotz dieser menschlichen Beziehungen bleiben beide, was sie sind: Funktionäre zweier unversöhnlicher Welten. Hat der Mensch keine Zunge, um zu bekennen, kein Herz, um zu lieben, kein Gewissen, um zu vergeben? Und doch ist ein Trost. "... was ist das Leben des Menschen?" fragt Ricarda Huch. "Wie Regentropfen, die vom Himmel auf die Erde fallen, durchmessen wir unsere Spanne Zeit, vom Winde des Schicksals hin und her getrieben. Der Wind und das Schicksal haben ihre unabänderlichen Gesetze, nach denen sie sich bewegen, aber was hat der Tropfen davon, den sie vor sich herfegen? Er rauscht mit den anderen durch die Luft, bis er im Sande versickern kann. Aber der Himmel sammelt sie alle wieder und gießt sie wieder aus und sammelt und vergießt wieder und wieder immer dieselben und doch andere. Simon Glas´ Hörspiel bietet eine interessante und vielleicht nicht unwillkommene Vergleichsmöglichkeit zu der Verfilmung des Stoffes.

Ricarda Huch, geboren 1864 in Braunschweig, gestorben 1947 in Schönberg im Taunus, machte sich als Romanautorin, Novellistin, Lyrikerin und Historikerin einen Namen. Sie promovierte 1892 als eine der ersten Frauen mit einem historischen Thema. Ihr Prosatext "Der letzte Sommer" erschien 1910.

Ursendung: 14.03.1955


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