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Badenheim

Hörspielbearbeitung - ein Hörspiel von Aharon Appelfeld, WDR 2009


Ulrich Matthes; Bild: WDR/Sibylle Anneck
Der kleine österreichische Kurort Badenheim im Frühjahr 1939. Wie in jedem Jahr finden sich die jüdischen Stammgäste ein, um den berühmten Festspielen des Dr. Pappenheim beizuwohnen. Wen stört es schon, dass das Gesundheitsamt immerzu für eine Reise in das „gelobte Land“ Polen wirbt? Doch allmählich wandelt sich der Kurort zum Sperrbezirk, jede Verbindung nach außen wird gekappt...

Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Angriff auf Polen der Zweite Weltkrieg, an dessen Ende unter anderem die nahezu vollständige Vernichtung des europäischen Judentums stand. Wie unter einem Brennglas ist in „Badenheim“ der Moment festgehalten, in dem das Ausmaß des drohenden Grauens von vielen Betroffenen noch nicht realisiert wird, da es jenseits aller Vorstellungskraft liegt.


Aharon Appelfeld, 1932 als Erwin Appelfeld in Jadowa in der rumänischen Bukowina geboren und in Czernowitz aufgewachsen, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern Israels. Seine Mutter wurde 1941 von den Nazis ermordet, er selbst konnte dem Tod im Konzentrationslager durch Flucht entkommen.

hoerspielTIPPs.net:
«Pünktlich zum 70sten Jahrestag des Kriegsbeginns im Zweiten Weltkrieg, bringt der WDR die Ursendung seiner Hörspielproduktion "Badenheim" zu Gehör. Der Autor Aharon Appelfeld schrumpft die Stimmung dieser Zeit im fiktvien Badestädtchen Badenheim zusammen. Die zunächst gelassene Stimmung weicht nach und nach der Verwunderung über die Veränderungen die vorgehen. Der Moment der Gewissheit kommt überraschend und spät - zu spät.
Die Übertragung der "großen" Geschichte in die Kulisse Badenheim ist grundsätzlich gelungen, allerdings wird diese Produktion dem Schrecken selbst nicht gerecht. Das Stück treibt zu lange vor sich hin. Auch wenn die Zeit, die man sich lässt, um die Geschichte im Kreis zu drehen, dramaturgische Relevanz hat, das Hörinteresse drückt sie trotzdem ein wenig. Zum Glück ist dies nicht so dramatisch, dass der gute Gesamteindruck stark darunter leiden würde.

In der Besetzung hat man nicht gekleckert, sondern geklotzt. Das nicht gerade kleine Cast ist prominent besetzt und entsprechend gut sind auch die Leistungen. Allerdings bedingt die Inszenierung eine eher zurückhaltende Rollengestaltung.

Auch wenn dem Stück ein wenig die Eigenschaft fehlt, den Hörer mitzureißen, ihn für diese Geschichte zu begeistern, bietet sie in ihren Zwischentönen doch sehr viel Interessantes und Bewegendes. »

Ursendung: 01.09.2009


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