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Die Tagebücher des Victor Klemperer (1933-1945) - Zeugnis ablegen

Hörspielbearbeitung - ein Hörspiel von Victor Klemperer, DLR / ORB 1996


⏰ 326 Min.

🎬 Regie: Peter Groeger

Technische Realisierung: Peter Kainz, Dagmar Looke

🛠 Bearbeitung: Klaus Schlesinger

🎤 Mit: Udo Samel

""Es herrscht das Gefühl vor, dass diese Schreckensherrschaft kaum lange dauern, uns aber im Sturz begraben werde", notiert Klemperer kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten.

Victor Klemperers Tagebucheintragungen, die dem Hörspiel "Zeugnis ablegen" zugrunde liegen, reichen vom 14. Januar 1933 bis zum 10. Juni 1945, als er in das zerstörte Dresden zurückkehrte.

Teil 1 umfasst die Jahre 1933-1934. Die Klemperers sind dabei, ein Haus zu bauen. Hitler wird Reichskanzler. Die Nationalsozialisten rufen zum Boykott jüdischer Geschäfte auf. "Es herrscht das Gefühl vor, dass diese Schreckensherrschaft kaum lange dauern, uns aber im Sturz begraben werde. Ich empfinde eigentlich mehr Scham als Angst. Scham um Deutschland."

Der zweite Teil der Funkbearbeitung umfaßt Klemperers Erlebnisse in den Jahren 1935/36. "Wie eine Pestleiche" meiden die ehemaligen Kollegen den Professor der Romanistik nach seiner Zwangsentlassung 1935. "Mein Tagebuch war in diesen Jahren immer wieder meine Balancierstange, ohne die ich hundertmal abgestürzt wäre. In den Stunden des Ekels und der Hoffungslosigkeit, in der endlosen Öde mechanischer Fabrikarbeit, an Kranken- und Sterbebetten, an Gräbern, in eigener Bedrängnis, in Momenten äußerster Schmach, bei physisch versagendem Herzen - immer half mir diese Forderung an mich selber: Beobachte, studiere, präge dir ein, was geschieht ..." (Klemperer).

Die Teile 3 und 4 der Funkbearbeitung umfassen die Jahre 1937 bis 1940. Klemperers Versuch, nach dem Pogrom von 1938 in die USA zu emigrieren, wird zu spät und halbherzig unternommen. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges jagt eine Schikane die andere, Klemperer führt sie alle präzise auf. Ende Mai 1940 wird das Ehepaar aus seinem Haus vertrieben und in eines der "Judenhäuser" eingewiesen. Die Furcht vor der Deportation und das Grauen der Gestapo-Razzien nehmen zu.

Die Teile 5 und 6 umfassen die Jahre 1941 bis 1945. Für Klemperer und seine Frau wird die Zerstörung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945 zur Rettung. Im allgemeinen Chaos trennt er den gelben Stern vom Mantel ab. Es beginnt eine Odyssee, die die Eheleute bis nach Bayern führt, wo sie das Kriegsende erleben."


Victor Klemperer (1881-1960), Sohn eines Rabbiners aus Landsberg/Warthe war namhafter Romanist. Seit 1920 war er Professor an der Technischen Hochschule in Dresden, wo er 1935 zwangsentlassen wurde. Von 1945 bis 1960 war er Hochschullehrer in Dresden, Greifswald, Halle und Berlin. Er verfasste zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der italienischen und französischen Literatur. Berühmt wurde er mit seiner Abhandlung von "LTI – Notizbuch eines Philologen" (1947), in der er die Degeneration der deutschen Sprache in der Nazizeit analysiert. Die Tagebücher Victor Klemperers umfassen insgesamt den Zeitraum von der Weimarer Republik bis 1960. Insbesondere die Jahre von 1933 bis zum Ende des Krieges 1945, in denen er als zwangsemeritierter Professor und verfolgter Jude den nationalsozialistischen Alltag beobachtet, zeigen ihn als wichtigen Zeitzeugen. Sie erschienen unter dem Titel "Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten" 1996 beim Aufbau-Verlag. Die Hörspielfassung von DLR Berlin/ORB mit dem Titel "Zeugnis ablegen" in der Bearbeitung von Klaus Schlesinger wurde im gleichen Jahr produziert und zum Hörbuch des Jahres gewählt.

Klaus Schlesinger (1937-2001) war Schriftsteller und Journalist. Seit 1971 schrieb er Prosa, Hörspiele, Reportagen und Essays. 1980 Übersiedlung nach West-Berlin, ab 1992 wieder im Ostteil der Stadt.

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Ursendung: 09.11.1996

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