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⏰ 46 Min.

🎬 Regie: Otto Kurth

Technische Realisierung: Günter Hildebrandt, Irene Thielmann

Regieassistenz: Joseph Seeber

🎤 Mit: Lina Carstens, Friedrich Maurer

Allabendlich holt die alte polnische Bäuerin, wie an zahlreichen Tagen zuvor, den alten Juden aus ihrem Keller hervor und beginnt ein Gespräch mit ihm, das einem durch lange Jahre geübten Ritual folgt: einen Dialog über makabre Vergangenheit und eigentümliche Gegenwart, eine Artikulation von Verzweiflung, Furcht, Hoffnung und Liebe. Während die beiden bis zum Rand eines Kiefernwaldes wandern, vertiefen sie sich in das düstere Bild einer von Hitler besiegten Welt. Doch eines Abends endet das Gespräch nicht mehr so wie die vielen anderen zuvor.

Rolf Schneider, geb. 1932 in Chemnitz, Romane, Erzählungen und Essays. 1976 Unterzeichnung der Protestresolution gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann,1979 Ausschluss aus dem DDR-Schriftstellerverband, Weitere Hörspiele u.a. Affären (Rundfunk der DDR 1960), Krankenbesuch (WDR/BR/hr 1970), Bewerbungen (SFB 1984), Bericht über Rogalski (MDR 1991).

🔥 Hörspielpreis der Kriegsblinden 1967

📚 andere Folgen von (rolf_schneider_in_seiner_dankesrede_zur_verleihung_des_hoerspielpreises_der_kriegsblinden)_.html">Mit Auszügen aus der Preisrede Die Bäuerin Anna Sawázka hält seit Jahren den Juden Mendel Horowitz bei sich versteckt, um ihn vor der Deportation zu bewahren. Beide wissen, was sie zu tun haben, um nicht entdeckt zu werden. Horowitz kommt nur kurz nachts aus seinem Verschlag im Keller. Die Beziehung ist förmlich, Horowitz muss anfangs für den Unterschlupf zahlen. Stück für Stück hat er seine Juwelen hergegeben, mit Annas Ehemann gefeilscht, wie lange er für ein Schmuckstück bleiben darf. Nach dessen Tod haust er bei der Bäuerin, ohne dafür zahlen zu müssen. Horowitz hat längst erkannt, der Krieg ist vorbei. Durch ein schlecht abgedichtetes Fenster hat er Menschen gesehen, die wieder fröhlich spazieren gehen. Dennoch ist er geblieben, 20 Jahre lang. Der Produktion liegt eine wahre Begebenheit zugrunde.

"Ich war 1945, als der Krieg zu Ende ging, dreizehn Jahre alt. Man könnte mich fragen, warum ich mich fixiert fühle an Ereignisse einer Zeit, in der ich ein Kind war, die für mich geschehene Geschichte ist eher als erlebte Vergangenheit. Aber die geschehene Geschichte wuchert fort. Das Trauma ist auch meine Gegenwart. Ich schrieb es auf."
(Rolf Schneider in seiner Dankesrede zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden).


Ursendung: 16.11.1966


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