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Die Konversationshefte Beethovens

Hörspielbearbeitung - ein Hörspiel von Glauco Mauri, NDR / hr 1982


Als Beethoven am 26. März 1827 starb, hinterließ er rund vierhundert Konversationshefte, die dem tauben Komponisten zur Verständigung gedient hatten: "Hier hab´ ich mein Buch, und hier ist Schreibzeug, so können Sie mit mir sprechen und schriftlich meine Fragen beantworten." Einhundertsechsunddreißig Hefte blieben erhalten, den Rest hatte Beethovens Sekretär und späterer Biograph Anton Schindler zunächst zu korrigieren versucht, dann aber schließlich doch vernichtet - angeblich weil er die königliche Bibliothek, der er die Hef verkaufte, nicht für den geeigneten "Aufbewahrungsort von zügellosen Ausfällen gegen allerhöchste Personen" hielt, in Wahrheit aber wohl wegen abfälliger Bemerkungen über ihn selbst. Für sein Stück hat Glauco Mauri außer Beethovens Briefen und biographischen Arbeiten vor allem diese Konversationshefte benutzt, um die letzten Lebensjahre Beethovens zu rekonstruieren. Zunehmende Taubheit, Geld- und Wohnungssorgen sowie fast unüberwindliche Schwierigkeiten im Umgang mit den ohnehin schon wenigen Menschen seiner Umgebung, vor allem mit seinem Neffen Karl, kennzeichnen die wachsende Ver- und Zerstörung des rasch alternden Komponisten, der am Ende das Bild eines fast verwahrlosten, körperlich und seelisch kranken Menschen bietet. - Die Form der Montage mit ihrem unvermittelten Nebeneinander von Disparatem bietet sich an als akustisches Äquivalent zur Form der originalen Blätter der Konversationshefte mit dem Unter- und Übereinander verschiedener Handschriften, mit Musikskizzen neben Haushaltsrechnungen und dem Kant-Zitat neben dem Vermerk "neue Unterleibsbinde - Rasierschale". Sie wird zum sinnfälligen Ausdruck der Isolation und Vereinsamung Beethovens, der seinen "heillosen Zustand" als Verbannung erlebte.

Ursendung: 11.12.1982


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