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Wismutspiel
Szenen aus dem Roman "Rummelplatz"

Hörspielbearbeitung - ein Hörspiel von Gabriele Bigott nach Werner Bräunig, rbb 2009


Sie haben ein Ende erlebt und stehen vor dem Neuanfang: junge Leute im Nachkriegsdeutschland. Ob die neue Zeit die ihre werden kann? In einer Uran-Mine treffen Junge und Alte, deutsche Bergleute und die sowjetische Leitung aufeinander.

Nachkriegszeit im Erzgebirge. In der "Wismut", dem riesigen Abbaubetrieb für Uranerz, treffen sie aufeinander: Junge und Alte, Heimkehrer, Glücksritter, deutsche Bergleute und die sowjetische Schachtleitung. Sie treiben auf den 17. Juni 1953 zu.
"Man müsste alles ganz anders machen", das wissen die Jungen ganz genau, aber wie? Das Leben ist unendlich schwer und die Zukunft verhangen. Die Schächte des Wismut-Bergbaus, das verlassene Dorf Bermsthal, die von Russen kontrollierte, trübe Bahnhofskneipe, der Rummelplatz mit den Überschlagschaukeln, die marode Papierfabrik, Alkohol, Schlamm, Schlägereien, ein wenig Liebe – und Schwerstarbeit tief unten im Berg. Dieser Anfang im Osten ist so faszinierend wie hässlich, und er wird von einer Utopie vorwärtsgetrieben, die heute längst verschüttet ist. Junge Schauspielstudierende spielen Bräunigs Figuren, die nicht älter sind als sie selbst.


Werner Bräunig, 1934 in Chemnitz geboren und 1976 in Halle an der Saale gestorben, war gelernter Schlosser. Als Gelegenheitsarbeiter in Westdeutschland, danach wieder in der DDR und u. a. kurze Zeit im Uranbergbau der Wismut-AG verdiente er sein Geld. Den Weg zur Literatur fand er als "schreibender Arbeiter" und galt bald als große Hoffnung der jungen DDR-Literatur. Werner Bräunig begann sein Studium am Literaturinstitut "Johannes R. Becher", danach war er dort Dozent. 1965 wurde der Roman "Rummelplatz" nach einem Vorabdruck auf dem berüchtigten 11. Plenum der SED als schädlich verketzert und durfte deshalb nicht erscheinen. Werner Bräunig hat diese Ablehnung nie verwunden, er starb mit 42 Jahren alkoholkrank in Halle.

Gabriele Bigott, geboren in Bromberg, Hörspieldramaturgin beim rbb, ist Autorin zahlreicher Hörspiele, seit 1991 auch Regiearbeiten fürs Hörspiel.

hoerspielTIPPs.net:
«In "Wismutspiel" erzählt Gabriele Bigott Episoden aus Werner Bräunigs Roman "Rummelplatz", dessen Veröffentlichung der Autor nicht mehr erleben durfte. Hört man allein dieses Hörspiel, so ist aus heutiger Sicht klar, dass dieses Buch in der DDR auf staatliche Ablehnung stieß - zu ungeschönt und ehrlich erzählt Bräunig hier aus den Gründertagen des Staates - Da wurden schon für weit weniger Kritik, Steine in Wege gelegt.
Gerade dieses Schonungslosigkeit gegenüber der Geschichte der DDR und der Mut, diese in deutliche Wort zu fassen, machen "Rummelplatz" zu etwas Besonderem.

Gabriele Bigott greift Teile des Geschichte heraus und lässt diese u. a. von jungen Nachwuchsschauspielern sprechen. Ihr gelingt es, auch durch die Verwendung der sehr stimmigen Kompositionen von Tobias Morgenstern - eine sehr passende Atmosphäre zu schaffen. Diese trägt die Wahrhaftigkeit der Geschichte, aber sorgt auch dafür, dass Sprache und Stil Bräunigs einen guten Widerhall finden.

Einziger Mangel dieser Produktion: Von diesem großen Buch hätte ich mir mehr Hörspiel gewünscht, als eine einsame Radiostunde. Das Ergebnis ist als Auswahl allerdings hörenswert.»

Ursendung: 04.01.2010


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