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Das Wasser in Capri

ein Hörspiel von Martin Mosebach, hr 2000


Dem Hörspiel liegt ein authentischer Vorfall zugrunde. In den frühen fünfziger Jahren trat auf der quellen- und brunnenlosen Insel Capri, die mit der anwachsenden Touristenschar häufig unter Wassermangel litt, ein Unternehmer auf, der allseits seine Überzeugung kundtat, auf der Insel durch Bohrungen auf eigene Wasserressourcen stoßen zu können. Das ´Prinzip Hoffnung´ schlug bei seinen Zuhörern alsbald in vollständige Gewissheit um: Was so begehrt war, konnte einfach nicht ausbleiben. Der Unternehmer zog mit seiner Familie auf die Insel und begann dort, mit zahlreichen Freunden und Anhängern hofzuhalten. Die örtliche Kaufmannschaft war gern bereit, mit Blick auf die Zukunft die Suche nach dem Wasser großzügig zu kreditieren. Als nach langwierigen Bohrungen aus großer Tiefe schließlich mit Müh und Not eine bitter salzige Flasche Wasser hervorgepumpt werden konnte, nahm der Unternehmer schnell reißaus. Inzwischen waren die Vorbereitungen schon weit gediehen, das Wasser durch Leitungen vom Festland heranzuführen.
Im Hörspiel tritt der Unternehmer nicht auf. Es sind überhaupt keine Individuen, die sich äußern. Alle Phasen der Hoffnung, der Erwartung, des Misstrauens, des Neides, in die die kollektive Seele der Bevölkerung gerät, drücken sich in rhythmisierten Monologen aus, die in ihrer Formelhaftigkei auch sprachlich vorwegnehmen, worum sie kreisen: rinnendes, tropfendes, sprudelndes, spritzendes Wasser.



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