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Mordwind Rügen (1) Schlaflied für den Katzenprinz

Originalhörspiel - ein Hörspiel von Mika Grimm, Liv Kolmar, Europa 2025


Auf Rügen will sich der wider Willen freigestellte Europol-Kommissar Leif Hartmann so schnell wie möglich erholen, um wieder in seinen Job zurückzukehren. Doch nichts ist auf der Insel wie erwartet. Der geerbte Dreiseitenhof ist mehr Ruine als Haus und die Menschen, die er von früher kennt, scheinen alle eine Rechnung mit ihm offen zu haben.
Doch bevor Hartmann die Insel verlassen kann, wird eine auf einer Lichtung aufgebahrte Leiche gefunden. Um seinen in den Fokus der Polizeiermittlungen gerückten Onkel Maule zu entlasten, begibt sich Hartmann nun seinerseits auf Spurensuche. Da ist er allerdings nicht der Einzige. Die noch unerfahrene, aber hochmotivierte Insel-Detektivin Marietti ermittelt ebenfalls.


hoerspielTIPPs.net:
«„Schlaflied für den Katzenprinz“, der Auftakt zur neuen Krimi-Hörspielreihe „Mordwind Rügen“, will vieles sein: ein psychologischer Inselkrimi, ein melancholisches Heimatporträt, ein literarisch ambitioniertes Klangstück und obendrein noch unterhaltsame Cosy-Kommödie. Doch der Spagat zwischen Anspruch und Unterhaltung gelingt nur bedingt.

Was als Rückkehr eines traumatisierten Kommissars auf den elterlichen Hof beginnt, entwickelt sich nur zögerlich zu einem Kriminalfall. Zwar wird eine Leiche gefunden, doch die eigentliche Spannung bleibt auf der Strecke. Statt konsequent einen Fall zu entwickeln, verzettelt sich die Handlung in bedeutungsschwangeren Rückblicken, langatmigen Dialogen und verschachtelten Figurenkonstellationen.

Der Titel „Schlaflied“ ist dabei durchaus programmatisch – nicht wegen der Stimmung, sondern wegen des Tempos. Wer auf klassische Krimi-Spannung hofft, wird enttäuscht: Der Plot kommt kaum in Fahrt, der Fall verläuft eher im Hintergrund, während persönliche Traumata und dörfliche Tristesse im Vordergrund stehen.

Christoph Maria Herbst spricht den Leif Hartmann mit gewohnt kontrollierter Präsenz – aber auch mit gewohnten Herbst-Klischees. Die Dialoge wirken oft gestelzt, beinahe bemüht literarisch. Andere Stimmen wie Sabine Arnhold oder Uve Teschner liefern souveräne Leistungen, doch viele Rollen bleiben blass – vor allem, weil sie mehr behauptet als erzählt werden.

Produziert vom renommierten STIL Studio, klingt das Hörspiel makellos – allerdings auch sehr glatt. Atmosphärisch, ja, aber gleichzeitig distanziert. Die Musik und Geräuschkulisse bleiben im Hintergrund, unterstreichen mehr, als dass sie gestalten. Letztlich ein professioneller, aber seltsam lebloser Eindruck. Wo andere Krimis mit Geräuschdramaturgie fesseln, bleibt „Mordwind Rügen“ fast schon meditativ.


Vielleicht will sich „Mordwind Rügen“ zu bewusst von gängigen Krimiformaten absetzen – das ist mutig, aber nicht immer gelungen. Der Auftakt wirkt bemüht bedeutungsvoll, ohne dabei wirklich zu packen. Das Inselsetting wird zwar atmosphärisch genutzt, doch der Plot bleibt diffus, die Figuren unterentwickelt, die Dialoge schwerfällig.

Wer mit niedrigen Erwartungen an Krimi-Logik herangeht und literarisch gefärbte Hörspiele mag, wird hier vielleicht etwas entdecken. Wer einen spannenden Einstieg in eine neue Serie erwartet, könnte sich dagegen schnell langweilen.»

📚 andere Folgen von Mordwind Rügen

Vorstellung im OhrCast

Als Download / Im Handel verfügbar seit / ab: 06.06.2025


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