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Der Prozeß Jeanne d´Arc zu Rouen 1431

ein Hörspiel von Anna Seghers, NDR 1959


´Der Prozess der Jeanne d?Arc wurde 1431 in lateinischer Sprache täglich protokolliert. Das Hauptexemplar dieses Protokolls, hergestellt für den Bischof von Beauvais, befindet sich im Original in der Deputiertenkammer von Paris. Auf Grund dieses Protokolls, sowie der Gutachten und Berichte von Zeitgenossen, ist das folgende Hörspiel geschrieben.´ (Anna Seghers).

Das einzige Hörspiel der aus Deutschland vertriebenen Schriftstellerin entstand zwischen 1933 und 1936 in der Pariser Emigration. 1937 wurde es im flämischen Rundfunk zum ersten Mal ausgestrahlt. Die beseelte Märtyrerin, die bewusst den Tod auf dem Scheiterhaufen einem Widerruf und damit dem ´Verrat´ an ihrer göttlichen Mission vorzieht, wird darin zum Sinnbild des Kampfes des Einzelnen gegen eine übermächtige Institution (die katholische Kirche). In der fast ausschließlichen Beschränkung Seghers auf das authentische Material liegt die besondere literarische wie rundfunkgeschichtliche Bedeutung dieses Hörspiels.

Anna Seghers (eigentlich: Netty Radvanyi) wurde am 19. November 1900 in Mainz geboren. 1928 trat sie der KPD bei. Für ihre Erzählung ´Aufstand der Fischer von St. Barbara´ wurde sie 1928 mit dem ´Kleistpreis´ ausgezeichnet. 1933 Verhaftung, Flucht nach Frankreich und Emigration nach Mexiko. 1947 Rückkehr nach Ostberlin. Seine zahlreichen Romane und Erzählungen erhielten viele Auszeichnungen. Seghers starb 1983 in Ostberlin.


hoerspielTIPPs.net:
«Anna Seghers einziges Hörspiel packt einen von der ersten Minute an. Wenn auch der Verlauf der Geschichte nicht sonderlich überraschen kann, ist diese Prozessbeschreibung mehr als hörenswert, denn sie lebt weniger vom großen Gesamtzusammenhang, denn von den kleinen Details.

Ohne, dass Seghers eine Botschaft hineininterpretieren musste, sprechen die Originalakten eine fast zu deutliche, aus heutiger Sicht nahezu unfassbare Sprache.

Die frühe Radioproduktion des NDR kommt natürlich technisch nicht an heutige Produktionen heran - daher sind auch die meisten Kulissen etwas zu farblos geblieben. Dass lässt allerdings dem Text mehr Raum, so dass dies kein wirkliches Manko ist.

Wer ein gutes Hörspiel abseits des Üblichen hören möchte, der ist hier sicherlich nicht verkehrt.»


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