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Eine glatte Million

ein Hörspiel von Nathanael West, hr / SWR 2013


Die Welt gehört den Braven und den Tüchtigen! Das jedenfalls glaubt Lemuel Pitkin, der in seiner jugendlichen Einfalt fortwährend an die Falschen gerät: an Revolverkapitalisten, Rattenfänger, Rowdys. Doch so sehr man ihn auch schröpft und schindet, hartnäckig hält er an seinen Idealen fest. Er glaubt den Versprechungen des amerikanischen Traums von Aufstieg und Wohlstand. Lemuel opfert nacheinander Auge, Daumen, Gebiss, Bein, Skalp, zuletzt gar sein Leben, um Ironie des Schicksals - posthum - doch noch zu höchstem Ansehen zu gelangen: als Märtyrer einer Sache, die nie die seine war. Lemuels Geschichte entlarvt den Aberwitz einer Welt, in der alles den Gesetzen von Show und Big Business unterworfen ist.

hoerspielTIPPs.net:
«Erneut bringt der hr (diesmal in Koprduktion mit dem SWR) in 2013 eine Hörspielbearbeitung und -inszenierung von Leonhard Koppelmann. Nach dem Großprojekt "Der Hundertjährige, der aus einem Fenster stieg und verschwand" stehen diesmal allerdings "nur" 110 Minuten Hörspielunterhaltung an. Beide Stücke darf man in die humorige Ecke stellen, wenngleich sie jeweils auch mehr zu bieten haben.

War der "Hundertjährige" eher schelmisch und subtiler pointiert, kommt "Eine glatte Million" mit derbem, bösartigem Humor daher. Der Protagonist Lemuel "Lem" Pitkin hat es nicht leicht. Auf der Suche nach dem amerikanischen Traum, dem Erfolg des Tüchtigen, gerät er von einem Schlamassel in den nächsten. Damit nicht genug, immer kostet ihn jedes Stück Lebenserfahrung auch ein Stück seines Körpers. Auge, Zähne, Daumen und mehr werden dem hehren Ziel geopfert. Entsprechend der drastischen Handlung ist auch das Ende an Zynismus kaum zu überbieten. Inhaltlich ist das nichts für schwache Gemüter, Wer gerne mit den Protagonisten mitleidet, den erwarten hier Grenzerfahrungen der besonderen Art.

Sehr passend zum harschen Inhalt lässt Leonhard Koppelmann das Stück - auch durch viel Musik - sehr lebending werden. Markante und gut aufgelegte Sprecher füllen das schillernde Figurenkabinett erstklassig aus. Besonders wirkt das Stück durch die vielen Gesangseinlagen, herrlich schräge Anlehnungen der Komponisten Peter Kaizar und Anton Burger an bekannte Melodien mit passenden Texten. Gerade auch dies dürfte das Stück nachhaltig in Erinnerung bleiben lassen.

"Eine glatte Million" ist eine wunderbar bösartige Satire. Bissig, schräg und höchst unterhaltsam!»

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