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Gespräche mit Lebenden und Toten

ein Hörspiel von Swetlana Alexijewitsch, SR/NDR/SFB-ORB/WDR 1998 / der hörverlag 2011


⏰ 68 Min.

🎬 Regie: Ulrich Gerhardt

🛠 Bearbeitung: Frank Werner

🎤 Mit: Konstantin Graudus, Peter Gavajda, Ilse Strambowski, Viola Morlinghaus

Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch; Bild: WDR/dpa/Ulf Mauder
Nach dem Roman ´Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft´
Das Erlebnis der Tschernobyl-Katastrophe ist, so Swetlana Alexijewitsch, etwas, ´wofür wir noch kein System von Vorstellungen, noch keine Analogien oder Erfahrungen haben, wofür nicht einmal unser bisheriger Sprachschatz ausreicht.´
Über mehrere Jahre hat sie mit Menschen gesprochen, für die der GAU vom 26. April 1986 zum zentralen Ereignis ihres Lebens wurde. Der von ihr zusammengefaßte ´Chor lebendiger Stimmen´ verzichtet auf jegliches Pathos und ist vielleicht gerade deshalb das eindrucksvollste Dokument eines Ereignisses, das ´uns aus einer Zeit in eine andere´ versetzt hat.
Erzählt wird von Liebe, die stärker ist als die Angst vor Krankheit oder Tod. Erzählt wird von Menschen, die alles verloren haben, was bisher ihr Leben bestimmte: Heimat, Familie, Herkunft, Geschichte. Die Menschen richten sich im Aussichtslosen ein, ohne verstehen zu können, was mit ihnen geschehen ist. Ihre Gespräche zeigen die Auswirkungen der sozialen Katastrophe, den Verlust aller Koordinaten, die bisher ihr Leben bestimmt haben. Aufmerksam beobachten die Menschen die Veränderungen ihrer Umwelt, den Zerfall ihres Lebensraumes und ihrer Körper, sie bemühen sich um das Verstehen des Unbegreiflichen.
Hörspiel des Jahres 1999


hoerspielTIPPs.net:
«Über "Tschernobyl" ist alles gesagt - so meint man zumindest. Sicherlich hat man vieles in der Zeit seit 1986 über dieses Thema gehört und gelesen. Swetlana Alexjewitsch bringt in ihren "Gesprächen mit Lebenden und Toten" die Erfahrungen und Erlebnisse der unmittelbar betroffenen Bevölkerung zu Gehör. Ein erschreckender Reigen an Einzelschicksalen, der trotz aller Kenntnis der Fakten, den Hörer, ob des unfassbaren Leids schaudert.

Die einzelnen Berichte werden von den Sprechern sehr nüchtern vorgetragen. Man verzichtet hier darauf, noch große Emotionen einzustreuen, der Text wirkt in der reinen Fassung bewegend genug. Auch in der Untermalung hält man sich sehr zurück, gerade zwischen den einzelnen Texten spielt man eine kurze Geräuschsequenz ein.

Ein Hörstück, das aufgrund des Inhalts keiner großer Inszenierung bedarf. Die dargebotene diesbezüglich Zurückhaltung ist daher mehr als sinnvoll.»

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Vorstellung im OhrCast


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