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Briefwechsel

ein Hörspiel von Thomas Bernhard, Siegfried Unseld, hr 2010


⏰ 88 Min.

🎬 Regie: Götz Fritsch

🛠 Bearbeitung: Ruthard Stäblein

🎤 Mit: Peter Simonischek, Gert Voss

Peter Simonischek - Bild: SWR/WDR/Günther Pichlkostner
Macht- und Geduldspiele, Eifersuchtsszenen, Schmeicheleien und Herabsetzungen, Willkommensgruß und Abschiedsbrief, alle Gefühle werden mobilisiert, um eine eigentlich normale Beziehung aufrecht zu erhalten: die Beziehung eines Autors zu seinem Verleger. Wenn der Autor jedoch Thomas Bernhard ist und der Verleger Siegfried Unseld, dann wird daraus ein Stück dramatische Literatur und literarische Camouflage. Es geht nicht zuletzt um Geld, Anerkennung und die Unabhängigkeit der Geister auf einer geschäftlichen Grundlage.

Die Dramaturgie des Briefwechsels zwischen Siegfried Unseld (1924-2002) und Thomas Bernhard (1931-1989) folgt einer Struktur, als hätte Bernhard eigens für ein Hörspiel die Texte geschrieben, mit sich selbst als Regisseur und in der Hauptrolle – und einem Nebendarsteller, der, wie in seinen Dramen, vielleicht doch alle Fäden in der Hand hat, zumindest in der Hand zu haben glaubt. Ausgangspunkt ist das Material einer mehrstündigen Aufnahme der Briefe für hr2-kultur. Um Texte aus der Bernhard-Chronik erweitert, wurde für diese Fassung das Material neu montiert und so dialogisch zugespitzt.


hoerspielTIPPs.net:
«Das mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2010 ausgezeichnete Werk "Briefwechsel" wurde als Hörspiel neu bearbeitet. Dabei greift man auf die ursprüngliche Fassung zurück, kürzt auf die prägnantesten Punkte und verdichtet somit den Inhalt auf ein gutes Drittel der großen Hörbuchfassung.

Die Kürzung gelingt, sie hinterlässt nicht den Eindruck, dass hier wichtige Passagen fehlen, die Struktur bleibt erhalten. Allerdings wünscht man sich bei der Qualität durchaus, diesem Briefwechsel länger zu lauschen.

Peter Simonischek gibt den eigensinnigen und schwierigen Charaker Thomas Bernhards perfekt wieder. Ihm gelingt es, dieses permante Beleidigtsein zu transportieren und die - zum Teil sehr unverschämten - Forderungen so vorzutragen, dass es zwar für den Hörer höchstvergnüglich ist, er aber nie den Eindruck hat, es hier mit fikitivem Material zu tun zu haben. Den kongenialen Gegenpart bietet Gert Voss in der Rolle des Verlegers Siegfried Unseld, der mit stoische Ruhe, äußerlicher Gelassenheit, aber auch einer höflichen Hartnäckigkeit versucht, den Dialog und ein tragbares Arbeitsverhältnis aufrecht zu halten.

Dies ist so kurzweilig und unterhaltsam, dass die - für ein Hörspiel recht lange - Spielzeit wie im Nu verfliegt. Es zeigt, dass man für großartige Unterhaltung in diesem Medium nur wenig braucht - hier sind es der Dinge drei: Ein hörenswerter Inhalt und zwei Sprecher der Extraklasse!»

🔥 Radio:Tipp der Hörspiel-Freunde

Vorstellung im OhrCast

Ursendung: 31.10.2010

Als Download / Im Handel verfügbar seit / ab: 14.02.2021

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