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Katzengeschrei

Kriminalhörspiel - ein Hörspiel von Adolf Schröder, hr / SWF 1987


Einen Fall lösen heißt oft: ihn rekonstruieren. Diese Arbeit der Rekonstruktion ist es, die im Mittelpunkt von Adolf Schröders Hörspiel steht. Eine alte Frau, eine Jüdin, die dem faschistischen Pogrom entkommen konnte, lebt heute wieder in Deutschland, in ihrem Haus. Sie gibt sich der Arbeit des Erinnerns und Vergessens hin und betreibt zugleich ihre eigene Verwesung, denn sie ist umgeben von unzähligen Katzen, die zusammen mit ihr verwahrlosen. Die Frau engagiert einen Studenten, der Tausende von Briefen, die sie an ihre Schwester in Südamerika geschrieben hat, sortieren und ordnen soll, eine Sisyphosarbeit, weil die Briefe alle gebündelt von der Alten ins Feuer geworfen werden. Sie wurden nie abgeschickt, denn die Schwester kam in Treblinka ums Leben. Sie, die Überlebende, bereitet sich nun aufs Sterben vor, und der junge Student soll ihr dabei helfen. Hört der Tod nie auf ein Meister aus Deutschland zu sein? - "Katzengeschrei" erzählt diese Geschichte, diese deutsche Geschichte unprätentiös und subtil, ohne Sentimentalität und hinterläßt nicht zuletzt deshalb eine tiefe Trauer.

Vorstellung im OhrCast

Ursendung: 06.04.1987


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