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Mädchenzimmer mit Soldaten

ein Hörspiel von Anna Pein, WDR 2006


Mira Partecke und Laura Maire - Bild: WDR/S. Anneck
Zweiter Weltkrieg. Die Schwestern Elfriede und Hannelore haben sich nachts im Kinderzimmer ein gruseliges Spiel ausgedacht: Sie fantasieren sich in ein Lazarett und spielen mit verstellten Stimmen sechs verletzte Soldaten. Das Zimmer verwandeln sie in einen männlichen Kosmos von Schmerz, Heimweh, Erotik, Tapferkeit und Schuld. Mit Empathie, Aberwitz und Boshaftigkeit wehren sie sich gegen die Schrecken des Krieges. Ihre Mutter glaubt, dass die Töchter schlafen, und empfängt im Wohnzimmer einen Liebhaber. Im Laufe des Spiels liefern die Schwestern ihren eigenen Vater in ihr Lazarett ein und rechnen in der Fantasie mit ihm ab - mit Hilfe von "Schwester Kunigunde", einer Spiegelgestalt ihrer Mutter, und ihren lebendig werdenden Puppen. Eine bizarre Gratwanderung zwischen Groteske und Grauen, Komik und Anrührung.

hoerspielTIPPs.net:
«Ein Hörspiel, das sich zunächst als Alberei zweier Mädchen darstellt, die statt einzuschlafen, lieber noch etwas spielen wollen, es entpuppt sich dann als eine Aufarbeitung der familiären Situation unter den Bedingungen des 2. Weltkrieges und des Naziregimes. Die Abgründe, die sich auftun, sind erschreckend und so wird die Harmlosigkeit sehr schnell durch das Bedrückende ersetzt. Hoffnung keimt in Form des Liebhabers der Mutter, dem netten Herrn "Josef" auf. Allerdings wird diese schnell wieder zu Nichte gemacht.

Die Erzählung lebt vom großartigen Spiel von Laura Maire und Mira Partecke, die das emotionale Auf und Ab der Geschichte sehr gut mitgehen und die beiden Mädchen sehr glabuhaft verkörpern. Unterstützung erhalten sie beim Spiel der Puppen, u. v. a. durch Jens Wawrczek. Eine erstklassige Performance liefert auch Cathleen Gawlich ab.

Ein Hörspiel, das sich zunächst etwas seltsam und verkünstelt präsentiert, rasch aber den geneigten Hörer gefangen nimmt und mit einer beeindruckenden Performance der Akteure bis zum Ende fesselt. Ein hörenswertes Hörspiel aus der Feder von Anna Pein!»


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